Suchvolumen

30 Suchanfragen im Monat sind wenig. Sehr wenig. Bei so wenigen potenziellen Kunden macht es doch gar keinen Sinn, eine Anzeige bei Google zu schalten! Wir verraten Dir heute, warum ein geringes Suchvolumen Grund zum Jubeln ist und wie Du aus wenigen Suchanfragen viel Umsatz machst. Denn je kleiner Deine Zielgruppe ist, desto kleiner ist auch die Konkurrenz. Mit den richtigen Strategien und kleinen Tricks schaffst Du es, wenig Traffic zu Deinem Vorteil zu nutzen und die Kunden individuell und passgenau anzusprechen.

Warum sich Kampagnen mit wenig Suchvolumen lohnen

Auf den ersten Blick scheint es verlockend, eine Suchanzeige für den Begriff „Schuhe kaufen“ zu schalten. Mehrere Millionen Suchanfragen pro Monat, eine grandiose CTR von 5 Prozent durch kaufanregende Texte und eine nette Conversionrate: Je höher das Suchvolumen, desto höher der Umsatz, oder? Leider ist diese Annahme falsch. Zum einen ist die Konkurrenz bei solchen allgemeinen Begriffen gigantisch. Die Chancen, hier ganz oben zu stehen, gehen gegen null – und sind teuer bezahlt. Außerdem kannst Du nicht wissen, ob der Suchende überhaupt auf der Suche nach neuen Schuhen ist oder ob er sich für die bunte Historie des Schusterhandwerks interessiert. Aber was ist die Alternative?

Wer sucht schon nach „Schwarze Stilettos mit Glitzer kaufen“? Vielleicht gerade einmal 30 Personen im Monat. Aber mit der richtigen Strategie lockst Du weit mehr als 5 Prozent davon auf Deine Seite. Je exakter Du hier vorgehst, desto höher klettert Deine CTR und Deine Conversionrate. Es lohnt sich, über den Tellerrand zu blicken und in Longtail-Keywords zu investieren.

  • Du kannst Deine Ad passgenau auf Deine Zielgruppe feintunen.
  • Die Klickpreise liegen niedriger als bei allgemeinen Suchanfragen.
  • Du hast quasi keine Konkurrenz.
  • Selbst in einer extrem engen Nische kannst Du erfolgreich Werbung machen.
  • Du bietest oftmals das einzige Angebot für Deine speziellen Keywords. Monopolstatus!

Geringes Suchvolumen bei Google AdWords: Wie niedrig ist zu niedrig?

Lange Zeit war das Label „Geringes Suchvolumen“ gefürchtet bei SEA-Experten. In der grauen Vorzeit der Suchmaschinenwerbung (etwa 2011) hatte Google relativ hohe Maßstäbe, was die Anzahl der monatlichen Suchanfragen betrifft. Keywords mit zu wenig Impressionen und Suchanfragen haben automatisch organische SERPs produziert. Es war hoffnungslos, hier eine Anzeige zu platzieren! Google wollte verhindern, dass das Keyword-Volumen unkontrolliert ansteigt und sich in unendlich viele Varianten zerfasert. Heute ist die Suchmaschine deutlich besser darin, seltene Keywords von neuen Suchanfragen zu unterscheiden.

Der Schwellenwert für ein zu geringes Suchvolumen liegt heute bei weniger als 10 Suchanfragen pro Monat. Wenn Dein Keyword selten gesucht wird (oder gar noch nie ins Suchfeld getippt wurde), spielt Google keine Anzeigen aus. Das kommt extrem selten vor. Sobald die Zahl der Suchanfragen für diese Keywords leicht ansteigt, werden die Suchanzeigen wieder aktiviert.  Deine Anzeige bleibt trotzdem auf privat, weil Du einfach zu spezifisch agierst? Versuche, den Suchradius ein wenig zu erweitern. Du könntest das Keyword kürzen oder eine etwas bekanntere Formulierung wählen.

Ein weiteres Problem bei AdWords-Kampagnen mit wenig Traffic ist das Testing. Normalerweise ist es kein Problem, zwei Varianten einer Ad gegeneinander im A-/B-Test antreten zu lassen. Allerdings wird das schwer, wenn Du nur 20 Impressions pro Monat hast. Das ist keine gute Datengrundlage für statistische Rückschlüsse. Dementsprechend schwierig kann es sein, den richtigen Ton beim Anzeigentext zu treffen. Schließlich musst Du hochspezifisch sein, aber gleichzeitig möglichst alle denkbaren Search Intents aufgreifen. Du stocherst dabei im Moor – vielleicht triffst Du beim ersten Versuch direkt den Schatz, vielleicht versinkst Du mitsamt Deinem Boot.

Mache das Beste aus Deinen wenigen Suchanfragen!

Du musst kreativ werden, um aus wenig Traffic viel zu machen. Viele bewährte Methoden aus der PPC-Werbung lassen sich nicht einfach auf ein geringes Suchvolumen ummünzen. Strategien für umkämpfte Keywords bringen Dir hier nichts. Der große Vorteil an Mini-Kampagnen: Die Keywords sind in der Regel extrem spezifisch. Deine Anzeigentexte sollten das widerspiegeln. Idealerweise überlegst Du Dir genau, welche Personen nach Deinem Suchbegriff googlen. Bei weniger als 100 Suchanfragen pro Monat ist das schließlich eine überschaubare Gruppe. Die Chancen stehen gut, dass Deine Zielgruppe halbwegs homogen ist. Deswegen kannst Du hier auch auf Exact Match setzen. Du willst schließlich möglichst wenig Streuverluste bei gezielten Anzeigen!

Je weniger Menschen Deine Ad sehen, desto stärker musst Du darauf achten, niemanden zu verschrecken. Versuche, die Intention hinter der Suchanfrage zu exakt wie möglich zu bestimmen. Dabei helfen Dir folgende Fragen:

  1. In welcher Phase der Customer Journey befindet sich der Kunde?
  2. Was sind seine Pain Points, was will er erreichen?
  3. Welchen Grund gibt es, exakt diesen Begriff ins Suchfeld zu tippen?

From Zero to Hero: Keyword Broad Match bei Kampagnen mit wenig Traffic

Broad Match ist der beste Weg, um jede Menge Geld zu verbrennen. Bei Kampagnen mit hohem Suchvolumen gehen die Assoziationen oft weit auseinander. Wenn Du Dich mit Broad Match auf das Keyword „Seminar“ einbuchst, erscheint Deine Ad bei der Suche nach Universitäten, Bildungszentren, Schulen und Klöstern. Google weiß schlicht und ergreifend nicht, was Du meinst. Broad Match wirft Dir einfach alles entgegen, was im Ansatz mit Deinem Suchbegriff zu tun hat.

Je niedriger Dein Suchvolumen ist, desto genauer weiß Broad Match, wonach es suchen soll. So findest Du zusätzliche Keywords, die verwandt mit Deinem Suchbegriff sind. Und das Beste daran: Meistens sind die vorgeschlagenen Begriffe ebenfalls Nischenkeywords. Du ergänzt Deine Kampagne nicht um ziellose Keywords, sondern um sehr ähnliche, spezifische Begriffe, an die Du gar nicht gedacht hast. Das verdoppelt oder verdreifacht Dein Suchvolumen, behält aber den inhaltlichen Fokus bei. 

Geringes Suchvolumen hat seine Gründe. Insbesondere, wenn Du Suchanzeigen auf Deinen Markennamen schaltest, sind die Erfolgsaussichten düster: Wenn Dich niemand kennt, wird niemand nach Dir suchen. Dasselbe gilt für Angebote, die eine extrem kleine und fokussierte Zielgruppe ansprechen. Vielleicht wissen Deine zukünftigen Kunden noch nicht einmal, dass es ein Angebot wie Deines gibt, welches sie unbedingt brauchen? Es ist eine gute Idee, hier etwas weiter oben im Sales Funnel anzusetzen. Welches Bedürfnis erfüllt Dein Angebot? Wonach würde jemand suchen, der Dein Angebot gut gebrauchen kann? Dabei hilft Dir Broad Match und gibt Dir Inspirationen für die Suche hinter der Suche an die Hand.

Remarketing für Nischenkeywords: Wie Du mit RLSAs die richtigen Kunden findest

Um die richtigen Menschen anzusprechen und auf Dich aufmerksam zu machen, eignen sich Remarketing Lists for Search Ads (RLSAs). Individuelle Remarketing-Listen helfen Dir dabei, Menschen anzusprechen, die von Deinem Produkt gehört haben und auf Deiner Webseite waren. Die Logik dahinter ist einfach: Selbst für Deine spezielle Nische gibt es Oberbegriffe und allgemeine Suchanfragen, die ein hohes Suchvolumen aufweisen. Du willst aber nur die Menschen abschöpfen, die Dein Angebot kennen und den letzten Schubs hin zu einer Conversion benötigen.

  1. Erstelle eine Kampagne für ein allgemein gehaltenes Keyword, das zu Deinem Angebot passt. Du positionierst die Bid dabei extrem niedrig, sodass Deine Anzeige nie an „normale“ User ausgespielt wird.
  2. Mit einer Remarketing-Liste importierst Du alle Nutzer, die bereits auf Deiner Webseite waren oder Interesse für Dein Keyword mit wenig Traffic hatten.
  3. Sobald jemand aus dieser Liste nach dem allgemeinen Keyword sucht, setzt Du das Gebot sehr hoch, um todsicher in seinen Suchergebnissen zu erscheinen.

Damit kannst Du den relevanten Traffic eines beliebten Suchbegriffs für Deine Zwecke nutzen – selbst, wenn Du sonst mit einem geringen Suchvolumen zu kämpfen hast.

Fazit: Kleine Tricks, um Dein geringes Suchvolumen in einen Vorteil zu verwandeln

Eine Kampagne mit wenig Traffic kann spannende Ergebnisse erzielen. Du kannst es schaffen, die wenigen Nutzer fast in voller Teamstärke in Kunden zu verwandeln. Fünf Klicks, fünf Conversions – keine Seltenheit bei Nischen-SEA! Dazu ist Umdenken erforderlich. Mit wenigen Änderungen optimierst Du Deine Ads, wenn Du wenig Traffic erwartest:

  • Richte die Anzeigentexte punktgenau auf Deine Mini-Zielgruppe aus!
  • Nutze Exakt Match und Negativlisten, um irrelevante Begriffe auszuschließen!
  • Lasse Dich von den Ergebnissen bei Broad Match inspirieren und nehme sie als neue Anzeigengruppen auf!
  • Gehe auf die Intension der Suchenden ein und denke über den Tellerrand hinaus!
  • Sprich mit RLSA Remarketing-Nutzer auf einer größeren Bühne an!

Damit bist Du bestens gerüstet, um die Nischen des Internets zu erobern!


Was sind Deine Erfahrungen mit SEA bei geringem Suchvolumen? Lasse es uns in den Kommentaren wissen! 

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