Google Signals

Google Analytics hat ein neues Feature: Google Signals ermöglicht es dir, das Verhalten deiner Nutzer über verschiedene Geräte hinweg zu verfolgen. Aktuell ist das Programm im BETA-Test und steht damit (noch) nicht allen Nutzern von Google Analytics zur Verfügung. Wir haben einen ersten Blick darauf geworfen und erklären dir, welche Vorteile Google-Signale mit sich bringen. 

Cross Device Tracking mit Google Analytics: So funktioniert das Prinzip

Google Analytics ist der Grundpfeiler für datengetriebenes Online-Marketing. Jeder, der eine Webseite besitzt, sollte zumindest einen groben Überblick über die Zugriffszahlen und die Userströme auf der Seite haben. Mit einem einfachen Tracking-Code kann Google jede Session aufnehmen und dir die daraus gewonnenen Daten zur Verfügung stellen. Bisher war dieses Format komplett sessionbasiert: Analytics kann also nur einzelne oder aufeinanderfolgende Zugriffe vom selben Gerät aus in die Statistik aufnehmen. Google-Signale (international bekannt als Google Signals) erkennt einzelne Nutzer, die mit ihrem Google-Konto eingeloggt sind und personalisierte Werbung aktiviert haben. Wer also mit demselben Account am Smartphone und am Laptop surft, gilt als einzelner Datenpunkt.

Um das neue Feature nutzen zu können, brauchst du einen relativ großen Analytics-Account mit mehr als 250.000 Zugriffen pro Monat.

Diese Daten sind natürlich anonymisiert und stehen dir nicht im Detail zur Verfügung. Stattdessen generiert Google Signals einen Bericht, der wiederkehrende Benutzer über mehrere Devices und Kanäle verfolgt und Muster im Userverhalten aufzeigt. Das hilft dir dabei, die User Journey über verschiedene Geräte zu verfolgen und auf Basis davon deine Werbestrategie anzupassen.

So aktivierst du Google Signals: In Analytics steht dir das Feature unter "Data Collection" zur Verfügung.

So aktivierst du Google Signals: In Analytics steht dir das Feature unter „Data Collection“ zur Verfügung.

Ein Klick auf den Button und das Cross-Device-Tracking ist aktiv! Eine genaue Anleitung für Google Signals findest du bei Google.

Um Google Signals zu aktivieren, musst du keinen zusätzlichen Tracking-Code installieren. Google bietet einer ausgewählten Anzahl an Nutzern die Option, das neue Feature in ihrem Analytics-Konto zu aktivieren. Nachdem der BETA-Test vollendet ist, wird Signals weltweit in allen Konten verfügbar sein.

Video-Guide: Google-Signals aktivieren und nutzen

Welchen Mehrwert bieten Google-Signale für dich?

  • Du kannst herausfinden, ob User deine Seite mobil besser finden, aber die Conversion erst am PC tätigen, sobald sie Zeit und Muße dafür haben.
  • Geräteübergreifende Berichte sind sehr wertvoll, wenn du die Customer Journey durch den Marketing-Funnel besser verfolgen willst.
  • Durch die Informationen zu den Werbepräferenzen, die Google in den Nutzerkonten speichert, gewinnst du ein tieferes Verständnis über die Vorlieben deiner Zielgruppe.
  • Wenn du feststellst, dass die Kunden anfangs eher mobile nach dir suchen, kannst du deine Google Ads entsprechend anpassen, um den Top-of-the-Funnel zu akquirieren.
  • Du kannst Geräte-Kombinationen identifizieren, die eine besonders hohe Conversionrate haben.
  • Auch Remarketing wird mit Google Signals noch einfacher und effektiver.

Wie steht es um den Datenschutz bei Google Signals?

Da Google Signals in erster Linie auf der personalisierten Werbung von Google basiert, liegen die rechtlichen Probleme eher beim Megakonzern als bei dir als Analytics-Nutzer. Es gibt viel Kritik an diesem Feature – nicht zuletzt, weil User per Opt-Out entscheiden müssen, ob sie personalisierte Werbung empfangen möchten. du als Webseitenbetreiber erhälst jedoch nur anonymisierte Berichte, die datenschutzrechtlich kein Problem darstellen.

Geräteübergreifende Berichte enthalten ausschließlich zusammengefasste Daten. Daten einzelner Nutzer werden nicht offen gelegt.

Selbstverständlich musst du in deinem Datenschutzbereich darauf hinweisen, dass du mit Google Analytics arbeitest. Für Google Signals ist hier zunächst keine weitere Anpassung nötig, auch wenn es natürlich trotzdem nie schadet, so spezifisch und transparent wie möglich zu sein.  Bezüglich der DSGVO musst du beachten, dass du deinen Nutzern die Möglichkeit zum Widerspruch gegen bestimmte Tracking-Cookies gibst.

Fazit: Google-Signals bietet mehr Insights in das Kundenverhalten

Natürlich drängt sich bei Google Signals der Vergleich zu den Facebook-Insights auf. Das soziale Netzwerk bietet ebenfalls die Möglichkeit, detaillierte Berichte über die eigene Zielgruppe zu erfassen. Im Gegensatz dazu sind die Einblicke über Google-Signale geradezu minimal – dringen dafür aber auch weniger invasiv in die Privatsphäre deiner User ein. Wenn du die Möglichkeit dazu hast, ist das neue Google-Analytics-Feature eine interessante Ergänzung, um die Customer-Journey deiner Kunden zu verfolgen. Größter Nachteil dabei ist, dass du viel Traffic benötigst, um die Daten zu sammeln – kleinere Accounts haben kaum die Möglichkeit, Google Signals effektiv zu nutzen.


Zusammenfassung

  • Google Signals erweitert den Funktionsumfang von Google Analytics um Cross Device Tracking.
  • Du kannst eingeloggte Nutzer über mehrere Geräte verfolgen.
  • Anonymisierte Berichte geben dir Einblick in das Nutzerverhalten und die Reihenfolge der Geräte bis zur Conversion.
  • Zum jetzigen Stand lässt sich Google Signals mit der DSGVO vereinbaren, solange du deine User darauf hinweist. 

Hast du die Möglichkeit genutzt, ins Cross Device Tracking einzusteigen? Findest du das grundsätzlich interessant oder datenschutzrechtlich bedenklich? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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