In den Google Suchergebnissen ganz oben erscheinen und dadurch mehr Traffic generieren – welcher Unternehmer träumt nicht davon? Dabei ist es für viele Website-Betreiber noch immer nicht klar, ob sie den Fokus auf SEO oder SEA legen sollen, um sich diesen Traum zu erfüllen.

SEO oder SEA – sind die beiden wirklich Konkurrenten, wie manche annehmen? In diesem Artikel stellen wir ihre jeweiligen Fähigkeiten einmal in den Prüfstand.

SEM – so funktioniert Suchmaschinen-Marketing

SEM steht für Search Engine Marketing, also Suchmaschinen-Marketing und hat die Aufgabe, Google-(Be)Sucher auf deine Seite zu lenken. Klar, um dabei überhaupt entdeckt zu werden, musst du in den Google SERPs, auf der Suchergebnisseite so weit oben, wie möglich stehen – denn das bringt schließlich den größten Zuwachs an Traffic.

Dafür hast du zwei Möglichkeiten: SEO oder SEA.

Doch wo liegen überhaupt die Unterschiede zwischen den beiden Marketing-Instrumenten, welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus ihnen? Und mit welcher Methode landest du auf den begehrten oberen Plätzen bei Google?

SEA – die Suchmaschinenwerbung

Search Engine Advertising, also SEA steht für alle bezahlten Suchmaschinenergebnisse, die im Ranking über oder unter den organischen Ergebnissen angezeigt werden. Wird der begehrte Platz 1 also durch eine finanzielle Investition viel leichter möglich als mit SEO?

Um dies beispielsweise bei Google zu erreichen, musst du mit Google Ads eine Anzeige schalten, welche auch als solche gekennzeichnet ist. Google bietet Platz für bis zu vier solcher Anzeigen oberhalb der SERP und drei darunter.

Du als Website-Betreiber musst dabei vorher neben Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords einen maximalen Cost-per-Click (CPC) festlegen, der dann in Echtzeit entscheidet, ob deine Anzeige bei bestimmten Suchanfragen platziert wird oder nicht. Diesen Preis zahlst du schließlich pro User-Klick auf deine Anzeige, wobei dieser sich durch das Suchvolumen deines favorisierten Keywords jederzeit wieder neu berechnet – je nachdem, wie stark der Markt um diesen Suchbegriff gerade umkämpft wird.

Haben deine Mitbewerber einen höheren Preis um das gleiche Keyword gesetzt, machen sie das Rennen in den Rankings. Nutzer klicken außerdem oft aus Gewohnheit auf die erste Anzeige in den SERPs, was für dich bei ungenauer Aussteuerung zu hohen Kosten führen kann – und das, ohne dabei gewünschte Conversions zu erzielen.

Doch nicht nur der Preis pro Klick entscheidet, sondern auch die Qualität deiner Anzeige. Hier entscheidet Google anhand des Quality Scores, ob und wie relevant dein Anzeigentext und Website für die Suchanfrage der Nutzer ist.

Der große Vorteil einer SEA-Maßnahme liegt jedoch darin, dass du deine Zielgruppe enorm genau definieren kannst und so Streuverluste minimierst. Außerdem kannst du deine erzielten Ergebnisse optimal auswerten oder saubere A/B-Testings durchführen, um so deine Werbekampagnen zu optimieren.

Vorteile von SEA:

  • Platzierung über den organischen Suchergebnissen
  • Genaue Zielgruppenansprache und Traffic-Kontrolle
  • Effiziente Zielgruppentests / Marktrecherche
  • Gute Skalierbarkeit und Messbarkeit der Performance (ROI)
  • Minimierung von Streuverlusten
  • Kurzfristiger und hoher Traffic-Zuwachs

Durch SEA ergibt sich für viele Einsteiger auf den ersten Blick geringer Aufwand, doch dein ROI kann schnell im Keller landen, wenn du die Kampagnen laienhaft aufsetzt. Professionell optimierte Kampagnen erzeugen häufig einen hohen ROI. SEA zielt dabei auf schnelle, messbare Erfolge ab, sollte jedoch ebenso strategisch eingesetzt werden und kann als Recherche-Instrument für SEO genutzt werden.

SEO – die Suchmaschinenoptimierung

Search Engine Optimization oder kurz SEO steht für Optimierungsmaßnahmen, die unternommen werden, damit deine Website in den organischen, also unbezahlten Ergebnissen der Suchmaschine zu relevanten Keywords weiter nach oben rutscht.

Je weiter oben deine Seite steht, desto besser die Sichtbarkeit, desto höher in der Regel die Klickrate und desto mehr Traffic. Mal Hand aufs Herz: wer klickt bei Google schon auf Seite 2? 😉

Diese Optimierungsmaßnahmen kannst du einerseits On-Page vornehmen, also deine Website durch hochwertigen relevanten Content, gute Lesbarkeit deiner Texte, ansprechende Strukturierung, logische Navigation, aussagekräftige Bilder und viele technische Faktoren so gestalten, dass sie nicht nur für Google gut lesbar ist, sondern auch für deine Zielgruppe.

Weiterhin sind Social Media Signals oder Linkbuilding durch externe Seiten (Off-Page) ein wesentlicher Faktor für ein gutes Ranking. Bei den Backlinks kommt es vor allem darauf an, wie hochwertig und themenrelevant der Google-Algorithmus die fremde Website einstuft, die auf deine Seite verweist. Je höher, desto wertvoller ist dies für deine Positionierung bei Google, Bing und Co.

Damit du mit SEO erfolgreich bist, muss deine Website von der Suchmaschine also optimal ausgelesen und analysiert werden können sowie durch bestimmte hochwertige Inhalte die Relevanzkriterien deiner User erfüllen.

Die Resultate, die durch SEO in den SERPs erreichst, sind zwar organische, unbezahlte Ergebnisse, die du bei umkämpften Begriffen jedoch nur durch einen langfristigen Prozess erreichst und welche mit der Veränderung und Updates des Suchmaschinen-Algorithmus erneut optimiert werden müssen. SEO-Maßnahmen müssen also fortlaufend angepasst und weiterentwickelt werden, zielen dabei aber auf langfristige Effekte ab, die nicht nur für Google, sondern auch für deine Nutzer einen wirklichen Mehrwert haben.

Vorteile von SEO:

  • Langfristige Generierung von Traffic
  • Überschaubarer finanzieller Aufwand (abhängig vom Wettbewerb)
  • Starker Trust bei den Suchenden
  • Positive Auswirkung auf das Image
  • Meist hohe Nutzerloyalität

Durch gutes SEO lassen sich mit relativ geringem finanziellen Aufwand langfristig Besucherzahlen steigern. Allerdings ist der Optimierungsaufwand bei SEO recht hoch, denn deine Website muss regelmäßig erneuert und angepasst werden. Je höher der Wettbewerb für die gewünschten Platzierungen, desto mehr Ausdauer und Ressourcen benötigst du, um gute Rankings zu erzielen. Laien werden nur in seltenen Fällen überdurchschnittliche SEO-Rankings erzeugen.

SEO und SEA im Vergleich

Die Gemeinsamkeit der beiden Methoden liegt darin, dass beide Traffic von Google (oder auch Bing) auf deine Website lenken. Während es für deinen User keinen elementaren Unterschied macht, ob er über SEO oder SEA auf deine Website gelangt ist, gibt es für dich in folgenden Punkten Differenzierungen:

Die Kosten

In vielen Fällen ist SEA die kostenintensivere Methode, da du grundsätzlich für jeden Klick auf deine Anzeige bezahlst. „Teuer“ wird es besonders dann, wenn die Nutzer keinen messbaren Return erzeugen. Nun fragst du dich vielleicht, warum du Geld für Google Ads ausgeben sollst, wenn du durch SEO scheinbar „kostenlos“ Traffic generieren kannst?

Auch SEO kostet auf lange Sicht gesehen Geld, denn es fallen Kosten für Content, technische Optimierung der Website, Mitarbeiter oder eine Agentur an. Insofern SEO professionell angegangen wird, stellt es eine sehr kosteneffiziente Methode im Content Marketing dar.

Das Traffic-Risiko

Wenn du SEO betreibst, musst du damit rechnen, dass ein neues Update des Google-Algorithmus einige deiner Maßnahmen zunichtemachen kann, da die Suchmaschine stets einer Manipulation entgegenwirken will. Dein Trafficvolumen kann also innerhalb weniger Tage massiv einbrechen. Doch keine Sorge, einige Maßnahmen, wie wertvoller Content werden immer Bestand haben. Zugleich gibt es keine Garantie, dass dein monatelanger Aufwand auch die gewünschten Besucherströme erzeugt.

Wenn deine Kampagnen bei SEA genehmigt werden und du dich an die Vorgaben der Suchmaschine hältst, dann besteht ein ziemlich geringes Risiko, dass deine Besucher ausbleiben. Sollte es Probleme geben, weist dich Google zudem recht genau auf die Ursache hin und du kannst der Sache nachgehen. Wird dein Werbebudget jedoch eingefroren, verschwindet auch dein Besuchertraffic.

Nötiges Know-How

Durch die genannten Google-Updates unterliegt SEO dem ständigen Wandel und wenn du dir die Kenntnisse selbst aneignen möchtest, solltest du immer hochwertige, aktuelle Quellen zu Rate ziehen.

Dieser Prozess ist sehr zeitaufwendig, da du dich nicht nur mit deinen Inhalten, sondern auch mit Technik, Grafiken, Bildern und Programmierung beschäftigen musst – wenn du das jedoch einmal verstanden hast, dann wird es sich in vielen Fällen auszahlen.

Auch SEA erfordert ein besonderes Maß an Know-How, da der Wettbewerb in den vergangenen Jahren enorm zugenommen hat und die PPC-Branche äußerst dynamisch ist. Themen wie Smart Bidding, Attribution und Conversiontracking solltest du wirklich verstehen oder lieber einem Experten überlassen, um effiziente Kampagnen schalten zu können.

Die Nachhaltigkeit

SEO ist eine nachhaltige Methode, da du in erster Linie damit beschäftigt bist, deinen Content stets zu verbessern und nutzerfreundlich zu gestalten. Auch Social Signals oder ein Aufbau an Backlinks wird dir in Zukunft einen Nutzen bringen. So arbeitest du langfristig an der Top-Positionierung, denn SEO kennt keinen Stillstand und zieht kontinuierlich Besucherströme an.

SEA hat auf den ersten Blick keine positiven Nachhaltigkeitseffekte, denn wenn deine Anzeige abläuft, verschwindet sie aus der Suchmaschine und die Besucher bleiben aus. Dennoch können sauber ausgesteuerte Google Ads Kampagnen nachhaltig zu Wachstum und Markenbildung deiner Firma beitragen. Vorausgesetzt du akquirierst du richtigen Nutzer.

Die Auswertung

SEO-Maßnahmen benötigen je nach Wettbewerb zwischen 4 Wochen und 12 Monaten, um relevanten Traffic zu erzeugen. Die Erfolgsmessung ist u.a. über Google Analytics und die Google Search Console transparent möglich.

Das Tracking von Google Ads hingegen ist umfangreicher, denn du kannst genau ermitteln, wie oft deine Anzeige geklickt wurde und wie das User-Verhalten ablief. Bei Bedarf kannst du deine Anzeigen sofort anpassen und optimieren.

Traffic und Conversion Rate

Allerdings brauchst du dafür ein gutes Ranking, für das es keine Garantie gibt.

Durch SEA kannst du deine Landingpages jedoch viel zielgerichteter schalten, da du deine Zielgruppe im Vorfeld definieren kannst. Kaufbereite User klicken eher auf kommerzielle Anzeigen und so erzielst du mit einer professionellen Website häufig eine höhere Conversion Rate als mit einem organischen Ergebnis. Außerdem erhältst du mit SEA innerhalb von wenigen Wochen messbare Resultate und kannst direkt weiter optimieren.

SEO oder SEA – was ist nun effektiver?

Wie du siehst, besitzen SEO und SEA einige Gemeinsamkeiten, aber auch sehr unterschiedliche Vorteile und Einsatzgebiete.

Ob du dich mehr auf SEO oder SEA konzentrierst, hängt also immer von vielen Faktoren ab, wie deiner Zielsetzung, der Suchintention deiner Zielgruppe, der Art deines Angebotes, dem Inhalt deiner Website und dem Auftritt deiner Mitbewerber.

  • Du möchtest kurzfristig Besucher in deiner Region akquirieren? SEA.
  • Du möchtest gezielte Werbung für einen bestimmten Zeitraum schalten? SEA.
  • Du möchtest schnelles Kundenfeedback / Conversions? SEA.
  • Du möchtest punktgenaue Informationen an eine bestimmte Zielgruppe vermitteln? SEA.
  • Du möchtest konstanten, kostengünstigen Traffic und hast keinen Zeitdruck? SEO.

SEO und SEA sind ein Traumpaar im Online-Marketing und sollten immer Hand in Hand gehen. Eine sinnvolle Kombination beider Maßnahmen kann dir effiziente Ergebnisse bringen. So ist es beispielsweise sinnvoll, mit Hilfe von AdWords einige Produkte oder Angebote von deiner Website zu testen.

Über die Anzahl der Suchanfragen, die Klickrate und konvertierenden Suchbegriffe kannst du eine langfristig angelegte SEO-Maßnahme kreieren.

So ist es möglich, mit SEA erste Produkte zu verkaufen und Fans aufzubauen, während du deine Page mit SEO ausbaust – dies ist übrigens eine optimale Branding-Strategie.

Hier heißt es also: testen, ausprobieren und optimieren.,

„SEO informiert, SEA konvertiert.“ (Peer Wandiger)

Die Mischung macht`s und ein ausgewogenes und erfolgreiches Suchmaschinen-Marketing sollte immer beide Methoden beinhalten. Google ermöglicht es dir, SEO und SEA zu verknüpfen und von deren Synergie-Effekten zu profitieren. Mit beiden Maßnahmen verstärkt sich deine Chance auf hohe Klickraten enorm – allerdings unterschiedlich schnell, verlässlich und zu unterschiedlichen Preisen.

Die Integration von SEM in deinen Marketing-Mix

Um diese beiden Instrumente aus dem digitalen Marketing besser zu verstehen, solltest du immer einen ganzheitlichen Blick auf das Thema haben. Die Bedeutung des Suchmaschinen-Marketings ist daher immer als ein Seeding- oder Analysewerkzeug im gesamten Marketing-Mix und nie isoliert zu betrachten.

Zwar konntest du noch vor ein paar Jahren mit einer schlechten Seite ziemlich gut bei Google ranken, doch diese Zeiten sind vorbei und SEM ist immer eine Verflechtung mit anderen Disziplinen aus deiner Inbound-Marketing-Strategie.

Guter Content steht dabei immer im Mittelpunkt deiner Inbound-Marketing-Strategie und neben SEO und SEA greifen Social Media Marketing, Affiliate Marketing, E-Mail-Marketing und Co. stets ineinander, während du deine Kunden auf ihrer Customer Journey abholst.

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