URL und SEO

Dein Eintrag in den Suchergebnissen ist Deine Visitenkarte. Du willst jeden Millimeter und jedes Zeichen nutzen. Was ist eigentlich mit der grünen URL-Anzeige, die dem User den Pfad Deiner Webseite offenbart? Hat die URL einen Einfluss aufs Ranking? Hängen URLs und SEO zusammen und wenn ja, wie stark? Wie Du mit einer guten URL-Struktur und wenigen Handgriffen das Vertrauen Deiner Nutzer gewinnst, erfährst Du bei uns im Blog. Wir verraten Dir alles, was Du über URLs und SEO wissen musst. 

Wie ist eine URL aufgebaut?

Die URL (Uniform Resource Locator) zu einer Webseite besteht aus dem verwendeten Protokoll (meist HTTP oder HTTPS), der Subdomain (meist www.), der Domainadresse und der Top-Level-Domain (meist .de oder .com.) Das ist die Basis für alle Seiten, die auf einer Domain liegen. Daran schließt sich dann die exakte Adresse der Webseite an. Per Schrägstrich (/) sind die einzelnen Pfade und Schritte auf dem Weg zum Inhalt voneinander getrennt.

URLs und SEO: So sehen alle möglichen Bestandteile einer URL aus. (Quelle: Wikipedia)

So sehen alle möglichen Bestandteile einer URL aus. (Quelle: Wikipedia)

Was ist die optimale Länge für die URL?

Leider gibt es für den SEO-Bereich keine feste Zeichenbegrenzung für die Länge der URL. Google scheint sehr gut erkennen zu können, was für den Nutzer relevant ist und kürzt dementsprechend kräftig. Die Länge der angezeigten URL pendelt sich in der Regel zwischen 40 und 60 Zeichen ein. Je einfacher und klarer Deine URL aussieht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in ihrer ganzen Breite angezeigt wird.

Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Länge der URL und dem Ranking sehen: Je kürzer die URL, desto besser das Ranking. Allerdings gibt es keine offizielle Aussage dazu von Google –und viele Erfahrungen, die das Gegenteil berichten.

Übrigens: Rein technisch liegt die Maximallänge der URL jenseits der 2000 Zeichen. Das will ja aber wirklich niemand seinen Nutzern zumuten.

Wie lang sollte der Pfad der URL sein?

Die Zeichenbegrenzung ist nicht alles. Es kommt neben der Länge der URL auch auf die Verzeichnistiefe an. Google lässt bei zu ausgiebigen Unterverzeichnissen Zwischenschritte weg oder kürzt die URL nach eigenem Ermessen. In der Praxis bietet es sich an, nicht mehr als zwei oder drei Schritte in der URL zu haben. (Bei AdWords sind sogar nur zwei Zwischenschritte erlaubt, aber da gibt es einen Unterschied zwischen der angezeigten und der tatsächlichen URL.)

Zu viele Ordner sind verwirrend – für Google und für den Nutzer.

Hier steht vor der Kategorie „Garten & Freizeit“ noch einmal die Kategorie „Garten & Baumarkt“. Das ist für Google etwas zu stark zergliedert. Interessant: Bei Quelle sind die Ordner (wahrscheinlich dank strukturierter Daten) in der URL klar erkennbar und für den Leser noch angenehmer gestaltet. Der komplette Pfad im Kategoriebaum wird sichtbar. Super für die Usability!

Welche Zeichen sind in URLs erlaubt und wie vermeide ich merkwürdige Zeichenkombinationen?

Vorsichtshalber solltest Du bei den URLs auf alle Sonderzeichen verzichten. Je nach Codierung kann es passieren, dass die Zeichen als Unicode angezeigt werden.

Tabu sind:

  • Leerzeichen,
  • Hashtags,
  • Anführungszeichen,
  • @,
  • Prozente,
  • Emojis,
  • und Pfeile.

Wir haben im deutschen Alphabet noch die Sonderzeichen Ä, Ö und Ü. In deutschen Suchmaschinenergebnissen ist das in der Regel kein Problem, auf dem internationalen Markt könnten diese Zeichen allerdings zu Anzeigefehlern führen. Schreibe daher lieber ae, oe oder ue in der URL. Wörter trennst Du mit dem Bindestrich. Der Unterstrich (_) funktioniert zwar auch, aber manche SEO-Experten berichten davon, dass Google ihn als falsches Trennsymbol betrachtet.

Wie sieh es mit Groß- und Kleinschreibung in meiner URL aus?

Zugegeben, das ist kein Problem für den SEO-Bereich. Grundsätzlich kannst Du in der URL Großbuchstaben und Kleinbuchstaben verwenden. Traditionell nutzt man eher die Kleinschreibung, weil es in den frühen Zeiten des Internets noch keine Großschreibung für URLs gab. In jedem Fall solltest Du Dich für ein System entscheiden und dann dabei bleiben. Wir empfehlen die ewige Kleinschreibung in der URL, um nicht durcheinander zu kommen und um sicher vor eventuellen Codierungsbugs zu sein. Zudem könnte die Groß- und Kleinschreibung zu Duplicate-Content führen, weil manche URLs doppelt belegt sind.

Sollte ich Keywords in die URL setzen – und wenn ja, wie viele?

Keywords in der URL sind empfehlenswert. Wie überall in der Suchmaschinenoptimierung solltest Du es aber nicht übertreiben. Es ist immer eine gute Idee, eine Webseite auf einen einzigen Keyword-Cluster zu optimieren. Eine Webseite verliert schnell ihren Fokus (und ihr Ranking), wenn Du zu viel erreichen willst.

Das sind viel zu viele Keywords in einem kurzen Snippet. Bei URLs und SEO solltest Du darauf achten, es nicht zu übertreiben.

Dasselbe gilt für URLs und SEO: Keywordstuffing ist nie eine gute Idee. Du solltest das Hauptkeyword und maximal ein weiteres Keyword in die URL aufnehmen. Das könnte zum Beispiel ein Städtename für besseres Local SEO sein oder ein verwandter Begriff. Matt Cutts von Google hat bestätigt, dass zu viele Keywords in der URL dazu führen, dass Google die komplette Adresse einfach ignoriert. Allerdings stammt diese Aussage aus dem Jahr 2009. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Google zu viel Optimierung gar nicht gerne sieht – und die Nutzer auch nicht.

Was ist der absolut wichtigste Punkt bei URLs und SEO, wenn ich Menschen ansprechen will?

Ganz gleich, was die technischen Hintergründe sind: Es gibt nur ein einziges entscheidendes Kriterium dafür, ob eine URL gut ist. Versteht der Nutzer, auf welcher Seite er landen wird? Es kommt nämlich nicht darauf an, ob Google Deine URLs mag, sondern ob sie für Deine User gut nutzbar sind. Sprechende URLs bieten mehre Vorteile für den Nutzer (und damit auch für Dich):

  1. Deine Nutzer erkennen sofort, worum es geht.
  2. Kryptische Zahlen- und Buchstabenkombinationen entfalten nicht ihre abschreckende Wirkung.
  3. Das Keyword steckt direkt im Linktext.

Die URL ist ein sekundärer Rankingfaktor. Das bedeutet, dass sie zwar einen eigenen Einfluss auf das Ranking hat, aber dass der eigentliche Rankingboost durch das Userverhalten kommt. Wenn Du eine sprechende URL schreibst, die selbsterklärend und logisch aufgebaut ist, besteht eine höhere Chance, dass Nutzer auf Dein Suchergebnis klicken. Und das wertet Google positiv. Vor allem dann, wenn sie lange auf Deiner Seite verweilen, weil sie dort finden, wonach sie gesucht haben.

Wie löse ich das Problem, wenn sich meine URLs zu sehr ähneln?

Es gibt im SEO kaum Wundermittel und keine einfache Lösungen. Bis auf Canonical Tags – die helfen wirklich immer. Damit weist Du Google darauf hin, dass sich auf mehreren Unterseiten gleiche oder ähnliche Inhalte befinden. Du hast einen Online-Shop für schicke Socken? Es ist wahrscheinlich, dass sich die Beschreibungstexte Deiner Kollektion an weißen Socken ziemlich ähneln. Duplicate-Content-Gefahr! Du kannst allerdings die verschiedenen Unterseiten mit einem Canonical-Tag auf eine Ursprungspage verlinken. Noch nützlicher ist dieses Tool, wenn Du mehrere Seiten mit demselben Content hast.

Beispiel: Die Seite www.webshop.de/desserts/schokolade verweist per Canonical Tag auf ihre Kopie auf www.webshop.de/schokolade/desserts. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Wie sieht es mit dynamischen URLs aus?

Dynamische URLs stellen uns SEO-technisch vor ein Problem. Sie existieren nicht als fest definierte Seite, sondern werden je nach den Suchbegriffen des Nutzers dynamisch zusammengestellt. In der Praxis bedeutet das häufig, dass die URL aus verschiedenen Nummern besteht, die zusammengefügt dann die URL ergeben. Weder sieht das sonderlich gut aus, noch ist das für den Menschen lesbar.

Beispiel: https://www.beispiel.de/index.php?id=69&?p=3369772&viewfull=1#post3369772

Diese Seitenvariante kommt vor allem bei Online-Shops vor, die kein gut eingestelltes Filtersystem haben. Hier ist es nur beschränkt möglich, mit Umleitungen zu arbeiten. Stattdessen solltest Du versuchen, die dynamischen Kategorien zu bändigen. Statt endlosen Zahlenkolonnen könntest Du also die Filter ausschreiben lassen. Damit gewinnst Du klare URLs und SEO, das Menschen und Suchmaschine gleichermaßen anspricht. Außerdem solltest Du darauf achten, dass die technischen Parameter nicht in der URL auftauchen.

Hat HTTPS in der URL einen Einfluss auf mein SEO?

Definitiv! Google selbst hat bereits 2014 zugegeben, dass eine verschlüsselte Webseite als positives Rankingsignal gewertet wird. Meist versucht die Suchmaschine automatisch, die Seitenvariante mit Sicherheitszertifikat zu erreichen. Die HTTPS-Verschlüsselung hat noch mehr positive Nebeneffekte. Zum einen ist es im Zuge der DSGVO zur Pflicht geworden, die Kommunikation abzusichern. Das gilt besonders dann, wenn Du ein Kontaktformular oder ein anderes interaktives Element auf Deiner Webseite hast. Viele User achten darauf, ob eine Seite über HTTPS verschlüsselt ist und bevorzugen professionelle Seiten, bei denen es keine Schlupflöcher gibt.

Es gibt einen kleinen Stolperstein auf dem Weg zur perfekten Verschlüsselung: Deine Seite könnte für ein paar Tage ihr Ranking verlieren. Da Du alle internen Links umstellen und 301-Weiterleitungen einrichten musst, wertet Google die neuen Umwege negativ. Deine Seite sollte sich relativ schnell davon erholen.

Worauf sollte ich bei der Wahl der Top-Level-Domain achten?

Top-Level-Domains scheiden die Geister. Viele Puristen sind der Ansicht, dass nur die Klassiker wie .de, .com oder .net eine Chance im SEO-Dschungel verdient haben. Allerdings eröffnen TLDs ganz ungeahnte Möglichkeiten, um kreativ zu werden.

Das ist eine kleine Auswahl an Top-Level-Domains. Welchen Einfluss haben sie auf SEO? Wir haben uns bereits ausführlich mit dem Phänomen TLD befasst. Laut Google hat die Top-Level-Domain einen sehr begrenzten Einfluss auf das Suchergebnis. Viele TLDs sind sogar komplett unabhängig vom Ranking. Einzige Ausnahme: Regionale Endungen wie .de, .at oder .ch senden Google deutliche Signale zur Zielgruppe und werden daher bei regionalen Themen bevorzugt.

Der größte Einfluss der Top-Level-Domain ist zweifelsohne ihr Effekt auf den Nutzer. Du kannst Dir damit Domains sichern, die ansonsten schon vergeben sind. Das ist interessant für das Branding. Allerdings zeigen Studien, das User grundsätzlich den herkömmlichen Domainendungen stärker vertrauen als kreativen, aber unbekannten Buchstabenkombinationen.

Muss ich für ein besseres SEO-Ranking meine URLs ändern?

Ja und nein. In den meisten Fällen ist es nicht nötig, Deine komplette URL-Struktur über den Haufen zu werfen, um Google gerecht zu werden. Meist würdest Du hier mehr Schaden als Nutzen anrichten, weil eine zu große Änderung an den URLs fast immer mit Rankingverlusten einhergeht. Allerdings kann sich ein Neustart mit frischen URLs durchaus auszahlen, wenn Du bisher vor allem unlesbare URLs nutzt, die für Menschen nicht sonderlich transparent sind. Sage den Zahlenkolonnen den Kampf an!

Fazit: URLs und SEO: Machen wir aus einer Mücke einen Elefanten?

Ganz schön viel Text für maximal 60 grüne Zeichen. Ich könnte noch stundenlang weiter über die einzelnen Themen sprechen. Aber ist das überhaupt nötig? Schließlich sollte mittlerweile klar sein, dass die URL an sich keinen allzu großen Einfluss auf das Ranking hat. Es sind vielmehr die User, die darüber entscheiden, wie gut Deine Seite performt. Und die URL ist nur ein Kriterium dafür, ob der Klick auf Dich fällt. Dafür ist sie umso wichtiger! Denn die URL vermittelt Vertrauen.

Übrigens: Hier gibt es eine hilfreiche Infografik, die alle Tipps und Tricks rund um die URL noch einmal aufgreift.

Dir dröhnt der Kopf vor lauter Informationen? Dann hier noch einmal die wichtigsten Punkte zu URLs und SEO im TL, DR (Too long, didn’t read)-Format:

  1. Sprechende URLs sind besser als kryptische Kombinationen.
  2. Je kürzer, desto besser.
  3. Keine verschachtelten Kategorien.
  4. Maximal zwei Keywords.
  5. Man kann URLs auch kaputtoptimieren.

Deine Frage zu URLs und SEO haben wir nicht beantwortet? Dann ab damit in die Kommentare! 

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