Anzeigetnexte AdWords

Gut gemachtes SEA ist wie eine Theateraufführung: Das Publikum muss stimmen, aber vor allem zählt der Inhalt. Wie gut bringen die Schauspieler die Botschaft des Werkes auf die Bühne? Wie klar wird das zentrale Thema? Stimmen Beleuchtung, Ton und Szenenabfolge? Redet der Hauptdarsteller viel zu lange um den heißen Brei herum? Aber der Star der Show ist der Inhalt: Die großartigen Texte, die bei den Zuschauern Emotionen wecken und sie zu Standing Ovations motivieren. So ähnlich sieht das auch bei den Anzeigentexten bei Google Ads aus: Nur der richtige Text lädt das Publikum zum Klicken ein. Wie du Applaus für deine Anzeigentexte einfährst und was du tun kannst, um deine Ads erfolgreicher zu machen, erfährst du bei uns im Blog.

Die Anatomie eines guten Texts für Google Ads

Wie muss der Anzeigentext gestaltet sein? Gibt es eine Zeichenbegrenzung bei Google Ads? Zuerst klären wir die Basics:

Textanzeigen bei Google folgen einem strengen Schema. Das Format nennt sich Expanded Text Ads (ETAs) und sieht so aus:

Erweitere Textanzeigen bestehen aus drei Abschnitten:

Der erste Teil der Werbeanzeige ist der Titel. Für diesen Anzeigentitel stehen dir drei Textblöcke mit jeweils 30 Zeichen zur Verfügung. In der Google Suche wird der Titel in blau angezeigt und die drei Untertitel werden jeweils mit einem ‚|‘ voneinander getrennt. Je nach Gerät, werden alle drei oder nur ein Teil der Titel angezeigt. Platziere daher den wichtigsten Part deiner Überschrift im ersten Anzeigentitel.

Der Hyperlink ist grün und steht auf einer Zeile mit der Werbekennzeichnung. Bei der Aussteuerung sieht der Nutzer hier durch den kleinen grünen Kasten, dass es sich um eine Anzeige handelt. Du kannst zwei Ebenen tief in die URL gehen und somit wunderbar aussagekräftige Pfade erstellen. Pro Teilpfad hast du 15 Zeichen Platz.  

Den größten Spielraum hast du bei den Anzeigen-Beschreibungen. Hier hast du auf zwei Textzeilen jeweils 90 Zeichen zur Verfügung. Der Text wird grau dargestellt und befindet sich am Ende der Anzeige. Google zählt übrigens Leer- und Sonderzeichen mit zu den engen Zeichenbegrenzungen.

Dein kreativer Spielraum wird allerdings etwas eingeschränkt: Google bezeichnet diese Einschränkungen als redaktionelle Richtlinien. Wie so oft stellt das Unternehmen die Nutzererfahrung in den Mittelpunkt und möchte mit diesen Richtlinien einen gewissen Standard für seine User sichern.

Diese Vorgaben zu befolgen ist jedoch ganz leicht: Verzichte einfach auf Effekthascherei.

Ideen wie ‚Kaufe JETZT schnell!!!‘ oder ‚Sale Sale Sale‘ werden von Google nicht akzeptiert. Das Großschreiben von einzelnen Wörtern sowie die mehrfache Wiederholung von Wörtern oder Satzzeichen wird nicht geduldet. Dazu gibt es noch weitere Beschränkungen, wie dass Telefonnummern nicht in der Anzeige aufgeführt werden dürfen. Dies sind die wichtigsten Vorgaben – umfangreichere Informationen hierzu findest du auf der verlinkten Seite zu den redaktionellen Richtlinien.

Google Ads-Anzeigentexte können mehr: Wie du richtig mit Anzeigenerweiterungen umgehst

Anzeigenerweiterungen bringen Farbe und zusätzliche Informationen in Deine Anzeige. So setzt du sie richtig ein.

Die erweiterten Textanzeigen bei Google Ads tragen ihren Namen nicht ohne Grund. Im Gegensatz zu organischen Suchanzeigen kannst du dich hier richtig austoben. Google stellt dir eine kleine Schatzkiste an verschiedenen Optionen und Zusatzelementen zur Verfügung. Aus den 17 verschiedenen Erweiterungen hast du die Qual der Wahl: Grundsätzlich unterscheidet Google zwischen manuellen und automatisierten Anzeigenerweiterungen.

Wir geben dir einen kurzen Überblick, welche Erweiterungen es gibt und welche Ziele du mit ihnen verfolgen kannst

 

 

Erweiterungstyp

Zielstellung

Erweiterung

Manuelle Erweiterung

Nutzer zum Kauf an deinem Standort motivieren

Affiliate-Standorterweiterungen

Erweiterungen mit Zusatzinformationen

Standorterweiterungen

Kunden zur Kontaktaufnahme motivieren

SMS-Erweiterungen

Anruferweiterungen

Nutzer motivieren, auf deiner Website eine Conversion durchzuführen

Sitelink-Erweiterungen

Erweiterungen mit Zusatzinformationen

Snippet-Erweiterungen

Preiserweiterungen

Nutzer zum Herunterladen der App motivieren

App-Erweiterungen

 

 

Bei den automatisierten Anzeigenerweiterungen durchsucht Google deine Webseite und versucht deine Unternehmensziele nachzuvollziehen. Auf Basis dieser Daten, erstellt Google die automatischen Erweiterungen, die – wie die manuellen Extensions – unter der Anzeige eingeblendet werden. Dabei gibt es 7 Typen von automatisierten Erweiterungen auf die Google zurückgreift:

 

  • Automatische Anruferweiterung
  • Automatische SMS-Erweiterung
  • Dynamische Sitelink-Erweiterung
  • Dynamische Snippet-Erweiterung
  • Automatisierte Standorterweiterung
  • Erweiterung mit Verkäuferbewertung
  • Dynamische Erweiterung mit Zusatzinformationen

 

Natürlich kannst du nicht alle Anzeigenerweiterungen auf einmal nutzen. Wie oben gezeigt, hängt der Nutzen einer Anzeigenerweiterung davon ab, welches Ziel du und dein Business verfolgst. Hier ein zwei Beispiele:

 

  • Bist du Betreiber eines lokalen und standortbezogenen Business‘ – wie zum Beispiel ein Friseurladen – dann möchtest du in der Regel Kunden in deiner Nähe ansprechen. Die Anruferweiterung in Verbindung mit der Standorterweiterung ist eine großartige Kombination für dich.
  • Online-Händler kommen um eine Bewertungsextension nicht herum. Die orangenen Sterne ziehen zudem die Aufmerksamkeit der User auf sich.

 

Dynamische Anzeigenerweiterungen können tricky sein: Sie haben zwar einen tollen Effekt auf die Klickrate, aber sind nicht immer leicht einzubauen. Wichtig ist hier, dass die Landingpage mit der Suchintention der Nutzer übereinstimmt. Nur so kann sich Google die relevanten Daten crawlen und sie zielgerichtet ausliefern. Beachtest du dies nicht, kann es zu ungewollten – und manchmal auch peinlichen – Ergebnissen führen und deine Conversion-Rate einbrechen lassen. Beachtest du das Zusammenspiel von Anzeige und Landing-Page, kannst du mit den dynamischen Erweiterungen viel Zeit sparen

So schreibst du einen Anzeigentext auf den die User gerne klicken

Die Grundregel für Anzeigentexte lautet KISS: Keep it simple, stupid. 

Halte deine Anzeigentexte so einfach wie möglich: 90 Zeichen pro Erweiterungen sind mehr als Marketer früher zur Verfügung hatten, aber noch immer nicht viel. Selbst bei Twitter hast du mittlerweile 100 Zeichen mehr zur Verfügung.

Mit den 180 Zeichen von Google musst du nicht den aktuellen Tatort kommentieren, sondern ein Produkt verkaufen. Klingt auf den ersten Blick recht schwierig – wenn du dich aber an das KISS-Prinzip hältst ist es aber nicht kompliziert. Die oberste Regel lautet daher: Schreibe klar. Schreibe treffend. Der Nutzer muss sofort wissen, worum es geht und warum er diese Anzeige vor sich sieht.

Hier ein paar Empfehlungen:

 

  • Ganz besonders wichtig: Versetze dich in deine Zielgruppe hinein. Wonach sucht ein User, wenn er ein seine Anfrage bei Google eingibt? Will er Informationen oder ein besonders günstiges Angebot? Schreibe verschiedene Anzeigentexte für jede Phase der Customer Journey. Diese verteilst du dann passend auf die jeweiligen Keywords der einzelnen Abschnitte. Schon hast du den Nutzer auf allen Ebenen seiner Suche abgeholt.
  • Arbeite mit konkreten Fragen, welche die Pain Points deiner Zielgruppe ansprechen. Das simuliert eine Art Dialog und macht die Anzeige freundlicher und nahbarer.
  • Ein knackiger Call-To-Action ist Pflicht! Er gibt dem Leser eine direkte Handlungsaufforderung und wirkt aktivierend, was sich wiederum positiv auf die CTR auswirkt.
  • Du kannst A/B Testing mit deinen Anzeigen auf die Spitze treiben: Die gleiche Anzeige aber verschiedene Landing-Pages? Eine andere Zusammensetzung von Headline 1 und 2? Oder doch verschiedene Call-To-Actions? Alles einfach möglich mit dem Testing von Werbeanzeigen. Hole so die letzten fünf Prozent Performance aus deinem Account heraus.
  • Warum ganze Sätze bilden, wenn Wortgruppen viel besser wirken! Du kannst einfach deine USPs in den Anzeigentext nehmen und sie mit einem Gedankenstrich oder Komma voneinander trennen. Das lockert den Anzeigentext auf und macht ihn weniger wuchtig.
  • Der Ton sollte dein Angebot möglichst gut widerspiegeln. Sprich: Es kann gerade erfrischend sein, wenn du deinen Anzeigentext nicht so steif formulierst wie 90 Prozent deiner Mitbewerber. Das Wording muss aber zu deinem Auftritt und Image passen – sonst kann es schnell peinlich werden.
  • Zahlen sparen Platz. Wie alle anderen Sonderzeichen ziehen sie zudem den Blick der Nutzer auf sich. Sie wirken konkret und spannend – ein mächtiges Tool!
  • Der Anzeigentext ist nicht das Ende der Reise. Deine Werbeanzeige führt den potenziellen Kunden auf eine Landingpage. Dort solltest du den Inhalt der Anzeige so konkret wie möglich aufgreifen und weiterführen.

 

Dynamische Anzeigentexte – ein Tool, um noch genauer auf deine User einzugehen

Anzeigen sind nicht immer statisch. Eine unterschätze und selten genutzte Funktion sind dynamische Werbetexte. 

Wir haben schon eine Reihe von Möglichkeiten gezeigt, wie du deine Anzeigen aufwerten kannst. Dynamische Webetexte sind eine großartige Möglichkeit, um die User noch besser abzuholen.

Du kannst zum Beispiel einen Countdown in deinen Anzeigen einfügen, so zählt der Titel automatisch die Tage bis zu deinem hinterlegten Event oder Datum herunter.

Außerdem kannst du Keyword Platzhalter in deine Anzeige einfügen, diese übernehmen automatisch das Hauptkeyword der Suchintention in den Titel deiner Anzeige.

Als letztes dynamisches Element kannst du eine IF-Funktion einfügen. Damit kannst du bestimmte Zielgruppen ansprechen, indem du Zielgruppen-spezifische Informationen hinterlegst: Zum Beispiel alle die schon einmal in deinem Online Shop gekauft haben, sprichst du mit der IF-Funktion anders an, als Neukunden.

Du fügst die dynamischen Erweiterungen über eine { in deinen Anzeigen-Titel ein. So kannst du die Vorteile: erhöhter Flexibilität mit User-Spezifischer Ansprache für dich nutzen. Ein echter Gamechanger.

Eine willkommene Alternative: Responsive Search Ads (RSA)

Wenn du dir unsicher über die Performance deiner Anzeigen bist kannst du noch mehr Kontrolle an Google abgeben: Im Rahmen der immer stärken Automatisierung durch den Suchmaschinenriesen, gibt Google eine Alternative für alle die an die Hand, die sich nicht ausführlich mit der Erstellung ihrer Anzeigentexte auseinandersetzen wollen: Die sogenannten Responsive Search Ads (RSA).

Wir haben uns dem Thema Responsive Search Ads schon einmal ausführlicher gewidmet. In unserem Blogpost findest du umfangreichere Informationen zu diesem spannenden Gestaltungsmittel von Werbeanzeigen.

RSAs funktionieren nach dem Baukasten-Prinzip.

Das heißt du gibst eine Reihe von Titeln und Beschreibungen an und Google übernimmt den Rest! Der Algorithmus verbindet deine Eingaben zu einer Werbeanzeige. Diese wird dann abhängig von der Suchintention der User ausgespielt. Dabei spielen die hinterlegten Titel, Meta-Descriptions und natürlich Keywords eine entscheidende Rolle.

Der größte Vorteil liegt auf der Hand –du sparst eine Menge Zeit. Je größer dein Account und je höher die Anzahl deiner Impressionen sind, desto schneller und besser lernt der Algorithmus. Google wird stets mehrere Varianten aus deinem Portfolio von Bausteinen gegeneinander antreten lassen. Damit stellt der Konzern sicher, dass er das Maximum aus deinem Werbepotential herausholen kann. Je höher deine Impressionen, desto schneller kann Google die beste Anzeige aus deinem Portfolio herausfiltern.

Um erfolgreich mit RSA zu arbeiten, ist es wichtig die Bausteine deiner Anzeigen verschiedenartig aufzustellen. Ein Keyword in fünf verschiedenen Varianten zu beschreiben ergibt hier wenig Sinn, da du die RSAs ihrer Stärke – dem vielfältigen Testen der Anzeigen beraubst. Außerdem musst du beachten, dass jede Phrase für sich selbst stehen kann. Beschreibungen, die aufeinander aufbauen sind bei RSAs ein NoGo.

Beispiele aus der Praxis: So muss Deine Anzeige aussehen

Große Marken investieren viel Geld in Anzeigentexte und Anzeigentitel. Du kannst davon lernen (ohne das Geld auszugeben). 

Ganz schön smart: Die beiden Anzeigentexte für das Keyword „Smart Home“ beweisen, dass du gar keine fancy Erweiterungen brauchst, um ins Auge zu fallen. Die obere Anzeige von innogy richtet sich eher an Interessenten, die sich über das Thema Smart Home informieren wollen. Der Anzeigentext punktet mit einem klaren Bild: Mehr Sicherheit für die Familie. Der CTA ist angenehm knackig, aber nicht zu direkt.

Die Anzeige von Gigaset dagegen verweist im Anzeigen schon auf den USP: Es gibt etwas gratis. Aber im Gegenzug wird nicht genau erklärt, wofür das Alarmsystem eigentlich gut ist. Diese Anzeige richtet sich also eher an User, die schon halbwegs wissen, was sie wollen. Beide Varianten sind für den jeweiligen Zweck gut geeignet und schaffen es, das Interesse zu wecken und zu einer Handlung aufzurufen.

Die Formulierungen sind ein wenig unsauber („Top Kleider online bestellen“ wirkt sehr unnatürlich. Das ist vermutlich das Ergebnis davon, dass der Titel automatisch generiert wurde.) Aber abseits davon macht bonprix vieles richtig: Der Text ist direkt und sympathisch, der Call-to-Action stimmt und das aktuelle Angebot wird perfekt in Szene gesetzt. Die Adjektive helfen dabei, dass sich der Leser angesprochen und emotional abgeholt fühlt.

Zahlen über Zahlen! Bei dieser Ad siehst du die verschiedenen Anzeigenerweiterungen im Einsatz (in diesem Fall: Verkäuferbewertungen und Callout Extensions). Im Anzeigentitel wird gar nicht erst um den heißen Brei geredet, sondern es geht direkt um die USPs und Rabatte. Das ist grundsätzlich in Ordnung. Allerdings bleibt bei all der kühlen Logik die Grammatik ein wenig auf der Strecke. Auch der Call-to-Action ist nicht gut gelungen und viel zu direkt.

Fazit: Anzeigentexte verkaufen.

Genauso ist es. Verkaufen ist das große Ziel, dass solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du dich mit Anzeige und Anzeigentexten auseinandersetzt.

Mit unseren Tipps hast du einen Leitfaden, wie du deine Anzeigentexte On-Point schreiben kannst: Fasse dich kurz, bringe deine USPs unter und achte auf die Ziele Deiner Kunden. Versuche den Platz, den dir Google zu Verfügung stellt, auch komplett zu nutzen – verschwende keine Zeichen. Anzeigentexte haben eine wunderbare Eigenschaft: du kannst sie einfach verändern und in A/B-Tests gegeneinander antreten lassen. Mit der Zeit findest du den richtigen Ton für dein Unternehmen so sorgst du mit wenigen Worten für Szenenapplaus – und erreichst eine bessere CTR und Conversion-Rate.


Zusammenfassung

  • ETAs bestehen aus drei Teilbereichen mit einer jeweils beschränkten Zeichenmenge – nutze diese sinnvoll, damit du möglichst viele Informationen unterbringen kannst.
  • Es gibt manuelle und automatisierte Anzeigenerweiterungen, deren Nutzen und Einsatz solltest du anhand deiner Unternehmensziele planen – sie sind ein mächtiges Tool, um deine Ad noch prominenter zu platzieren.
  • Beachte das KISS-Prinzip beim Schreiben deiner Anzeigen, greife deinen USP und die Pain Points deiner Kunden auf, um sie auch wirklich mit deinen Anzeigen abzuholen.
  • Richte deine Ads auf die verschiedenen Stufen der Customer Journey aus, somit kannst du die Bedürfnisse deiner Kunden noch besser bedienen.
  • Anzeigentexte sind ein kurzfristiges Stilmittel – du kannst sie in wenigen Schritten anpassen. Mit wenig Aufwand kannst du so A/B Tests durchführen und dein Konto immer weiter optimieren.
  • Nutze die Stärken der RSA als Erweiterung deines Anzeigen-Portfolios, indem du sie breitgefächert aufstellst und sie so als hervorragende Testmöglichkeit für Werbetexte nutzt

 


Worauf achtet Ihr, wenn Ihr Euren Anzeigentext verfasst? Oder haltet Ihr den Text für gar nicht so entscheidend? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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