Wäre es nicht ziemlich fantastisch, Besucher Deiner Webseite einfach in zahlende Kunden zu verwandeln? Remarketing macht es möglich – mit Werbekampagnen, die speziell auf wiederkehrende Besucher Deiner Seite zugeschnitten sind. Wir erklären, welche Vorteile Du mit dieser Online-Marketing-Strategie hast und wie Du sie so einsetzt, dass die Kunden auch wirklich wiederkommen!

Mit einer Remarketing-Kampagne sprichst Du gezielt User an, die bereits auf Deiner Seite waren und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Conversion tätigen.

Was ist Remarketing mit Google Ads?

Remarketing ist auch unter dem Begriff Retargeting bekannt. Eine Remarketing-Kampagne in AdWords ist schnell erstellt. Die Option dafür befindet sich bei Google unter dem Menüpunkt „Zielgruppen“. Mit einem kleinen Code-Schnipsel, der in den HTML-Code Deiner Seite eingesetzt wird, kann Google die Besucher der Webpage tracken. Bitte nicht vergessen: Laut DSGVO musst Du die Nutzer darauf hinweisen und einen entsprechenden Absatz in Deine Datenschutzerklärung packen!

Für diese Zielgruppe an wiederkehrenden Besuchern kannst Du dann eigene Werbeanzeigen maßschneidern. Du könntest beispielsweise Angebote, die sich ein User angesehen, aber nicht gekauft hat, erneut bewerben.

Diese Methode hat einige Vorteile:

  1. Durch die Zahlung per Click (PPC) hast Du relativ geringe Kosten, weil Du eine kleine und sehr spezifische Zielgruppe ansprichst.
  2. Du sprichst Kunden an, die sich schon einmal über Deine Produkte informiert haben und kannst dadurch mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Conversion erzielen.
  3. Durch die gesammelten Informationen weißt Du genau, wo der Kunde den Besuch auf Deiner Seite abgebrochen hat und kannst ihn auf Basis davon erneut ansprechen.
  4. Besondere Angebote wie kostenfreier Versand oder Rabattcodes für diese Zielgruppe haben eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.
  5. Der Branding-Effekt ist nicht zu unterschätzen: Wenn Dein Shop immer wieder eingeblendet wird, verankert er sich in der Aufmerksamkeit der User – und genau das wollen wir erreichen.

Google ist bei weitem nicht der einzige Anbieter von Remarketing. Auch bei Bing gibt es einige Optionen, um wiederkehrende Nutzer gezielt anzusprechen. Allerdings bietet Google Ads ein ganz besonderes Bpnbon: Durch die schier unendliche Masse an Daten findet die Suchmaschine automatisch ähnliche Zielgruppen. Diese Menschen ähneln in Sachen Interessen und Kaufabsichten Deinen Webseitennutzern, kennen Dich aber noch nicht. Es kann sich durchaus auszahlen, diese Zielgruppe anzusprechen.

So baust Du eine Remarketing-Strategie, die für Dich funktioniert

Es gibt viele Möglichkeiten, um Remarketing sinnvoll und effektiv einzusetzen. Es eignet sich glänzend für die Steigerung der Conversionsrate – denn User, die eine Seite oder einen Shop bereits kennen, interagieren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als ein kompletter Neukunde. Noch besser sind Nutzer, die bereits ein Produkt in den Warenkorb gelegt oder die Trial-Version Deines Angebots ausprobiert haben. Du kannst sie gezielt ansprechen und dazu bringen, die nächsten Schritt zu gehen. Durch die vielen Optionen im AdWords-Menü lässt sich genau einstellen, welche Teil-Zielgruppe welchen Anzeigentext zu Gesicht bekommt.

Es ist sinnvoll, eine allgemeine Kampagne über AdWords laufen zu lassen und mindestens noch eine zweite, leicht abgewandelte Variante für wiederkehrende Besucher einzurichten.

Remarketing lässt sich entweder auf Webseiten im Google-Display-Netzwerk einblenden oder direkt bei den Suchergebnissen. Beide Positionen haben ihre Vor- und Nachteile.

Das Google Display-Netzwerk (GDN) umfasst Milliarden Webseiten auf der ganzen Welt. Im Grunde kann jeder Webseitenbetreiber Werbeplätze auf seiner Seite schaffen. Dort befinden sich dann Deine Bannerwerbung oder Deine Textanzeigen. Die Nutzer dieser Webseite werden dann zu Deiner potenziellen Kundschaft. Der Vorteil liegt darin, dass die Anzeigen hier prominent zu sehen sind und Du bei der Bannerwerbung richtig kreativ werden kannst. Andererseits passt Deine Anzeige eventuell gar nicht zum Umfeld der Seite und der Kunde befindet sich gar nicht in Kauflaune.

Suchanzeigen erscheinen direkt in den SERPs bei Google. Sie stehen über den organischen Suchergebnissen und damit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zudem kannst Du Deine Remarketing-Kampagne so einstellen, dass Deine Ads für wiederkehrende Nutzer immer dann ausgespielt werden, wenn diese Zielgruppe nach verwandten Begriffen sucht. Hier hast Du allgemein mehr Macht darüber, wo genau Deine Werbebotschaft auftaucht.

Die fünf Basis-Strategien für Remarketing bei Google

Grundsätzlich gibt es fünf Arten, die Webseitenbesucher zu unterteilen.

Strategie 1: Alle Besucher Deiner Webseite ansprechen

Klar, Du kannst einfach alle Menschen ansprechen, die schon einmal auf Deiner Webseite waren. Der Vorteil daran ist, dass Du keine weiteren Einstellungen vornehmen musst und dass Du nur wenige Daten sammeln musst. Auf der anderen Seite holst Du nicht das maximale Potenzial aus der Remarketing-Kampagne heraus. Dieser Weg lohnt sich eigentlich nur dann, wenn Du sowieso nicht viele Unterseiten hast oder wenn Du ein Nischenprodukt anbietest. Das geht meist mit relativ geringem Traffic einher, sodass sich eine weitere Segmentierung nicht lohnt.

Strategie 2: Einteilung nach Nutzerverhalten

Wenn Du genug Besucher hast, kannst Du sie nach ihrem Verhalten einteilen. Bei klassischen Shops bietet es sich an, die Kunden danach zu segmentieren, wo sie Deine Seite verlassen haben:

  • Haben sie nur eine Übersichtsseite oder eine Kategoriebeschreibung angesehen?
  • Haben sie sich ein Produkt oder mehrere Angebote angeschaut?
  • Ist vielleicht sogar etwas im Warenkorb gelandet und sie haben dann den Kaufprozess abgebrochen?
  • Haben sie etwas bei Dir gekauft und gehören damit jetzt zu Deinem Kundenstamm?

Jede Kategorie benötigt eine andere Ansprache. Reine Informationssucher kommen wahrscheinlich nicht wieder, aber die sogenannten „Cart Abandoners“ lassen sich mit einem Rabattcode oder einer cleveren Ad dazu motivieren, ihren Einkauf fortzusetzen.

Strategie 3: Remarketing nach Produktkategorie

Dein Shop hat mehrere Kategorien oder Du deckst mit Deinem Angebot mehrere Branchen ab? Dann ist es eine gute Idee, diese Zielgruppen auch beim Remarketing zu trennen. Denn damit hast Du die Möglichkeit, hochspezifische Anzeigen zu schalten. Du kannst für jede Kundengruppe eigene Texte schreiben und passende Angebote machen. Das steigert die Conversionquote und bietet einen greifbaren Mehrwert für Deine Kunden.

Strategie 4: Ansprache nach Interesse

Jemand hat sich über Deine Zahlungsmodalitäten oder die Geschichte Deines Unternehmens informiert? Auch Service-Seiten bieten eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Remarketing-Kampagne. Je genauer Du die Werbebotschaft individualisieren kannst, desto besser. Die Ansprache nach dem Interesse ist allerdings nicht so vielversprechend wie die anderen Werbeformen – es ist schwierig, hier den Intent der User nachzuvollziehen. Die Segmentierung in eine eigene Gruppe lohnt sich dann, wenn Du genug Traffic auf diesen Seiten hast, den Du in zahlende Kundschaft verwandeln kannst.

Strategie 5: Remarketing auf Basis anderer Kampagnen

Remarketing-Listen bilden nur das bisherige Userverhalten ab. Sie geben keinerlei Auskunft über demografische Merkmale, die Altersgruppe oder sonstige Interessen. Diese Faktoren können aber durchaus interessant sein, wenn Du eine ganz bestimmte Zielgruppe ansprechen willst. Nehmen wir an, Du verkaufst Schuhe für Männer und Schuhe für Frauen. Wenn Du alle Webseitennutzer als graue Masse vor Dir hast, kannst Du keine individuelle Ansprache erstellen. Du kannst allerdings die Remarketing–Kampagne mit Deinen Erkenntnissen aus anderen SEA-Maßnahmen verknüpfen. Du weißt, dass Deine männlichen Kunden besser auf Rabattcodes reagieren? Dann erstelle eine Landing Page speziell für Männerschuhe, tracke die Nutzer auf dieser Seite und füge sie dann einer eigenen Remarketing-Liste hinzu. Fertig ist das Targeting beim Remarketing!

Remarketing-Listen bei Google Analytics: Wertvolle Tools für den Erfolg

Mit Google AdWords kannst mit wenigen Klicks Du das Remarketing-Snippet erstellen. Damit speicherst Du in Deinen persönlichen Remarketing-Listen alle User, die potenzielle Kandidaten für die zweite Kampagne sind. Allerdings kannst Du diese Listen auch über Google Analytics führen. Das hat zwei Vorteile. Zum einen ist die Installation des Code-Snippets einfacher. Die zweite Stärke ist aber noch viel entscheidender: Mit Analytics stehen Dir viel detailliertere Unter-Zielgruppen zur Verfügung:

  • Event: Du kannst bestimmte User in einer Liste zusammenfassen, die eine bestimmte Aktion getätigt haben.
  • Besuchsdauer: Filtere nach Usern, die eine bestimmte Zeit auf einer bestimmten Seite verbracht haben.
  • Seiten pro Besuch: Welche User haben sich mehr als eine Seite angesehen?

Mit Analytics lassen sich mehrere Filter erstellen, die Du miteinander verknüpfen kannst und die detaillierte Zielgruppen ergeben.

Übrigens: Remarketing funktioniert nicht nur, wenn jemand noch kein Kunde bei Dir geworden ist. Es ist auch perfekt dazu geeignet, um Deine Kunden zu reaktivieren. Zwei Beispiele: Jemand hat Dein Einsteiger-Angebot gekauft – biete ihm also jetzt an, Deine anderen Angebote auszuprobieren. Oder Du verkaufst etwas und bewirbst Zusatzartikel und Accessoires zum ersten Einkauf.

Remarketing bei Bing und Facebook

Bing macht es Dir einfach, unentschlossene Käufer zu umgarnen. Das Remarketing bei Bing funktioniert ähnlich wie bei Google: Du installierst das Universal Event Tracking auf Deiner Seite. Auf Basis davon erstellst Du eine Remarketing-Liste und spielst Werbeanzeigen an den getrackten Kundenkreis aus. Mit den Bing Ads kannst Du die Kunden nach dem Kauf verfolgen und ihnen weitere Angebote machen.

So sieht das Remarketing bei Bing aus.

So sieht das Remarketing bei Bing aus. (Quelle: Bing)

Facebook dagegen bietet mit seinen Custom Audiences außergewöhnliche Möglichkeiten – und teils besorgniserregend viele Optionen zum Targeting. Und selbstverständlich kannst Du wiederkehrende Besucher tracken. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

  1. Du setzt den Facebook-Pixel auf Deiner Webseite ein, der ebenso wie der UET und der Analytics-Code fleißig Daten sammelt und sie Dir dann also eigene Audience zur Verfügung stellt.
  2. Du erstellst eine Custom Audience und fütterst sie mit den Daten Deiner Kunden, die Du in Deiner Datenbank abgespeichert hast.

Im Ads Create Tool kannst Du diese Zielgruppe dann auswählen und mit eigenen Facebook-Werbeanzeigen ansprechen. Remarketing bei Facebook erreicht noch ganz andere Dimensionen: Die Dynamic Ads ermöglichen es, Nutzerverhalten vorherzusehen und auf den gesamten Datenschatz von Facebook zuzugreifen. Vollkommen automatisiert sucht und findet Facebook passende Kunden, die auf Deiner Webseite (oder einer ähnlichen Seite) waren und spricht sie weiter an.

Bei Amazon gibt es leider kein Remarketing, aber aber Optionen, um gutes SEA zu machen.

Fazit: Remarketing ist perfekt für die Steigerung der Conversion-Rate – solange Du Deine Kunden nicht nervst

Viele der Optionen, die Du mit den Remarketing-Listen hast, eignen sich für extrem umfangreiche Marketing-Kampagnen. Schon alleine die Basisoptionen reichen aber aus, um für kleinere Pages einen großen Unterschied zu machen.

Ziel sollte es sein, die eigene Marke im Bewusstsein der (potenziellen) Kunden zu verankern – und dafür ist Remarketing perfekt.

Allerdings solltest Du es beim Remarketing nicht übertreiben. Viele Kunden sind genervt, wenn Sie förmlich von Ads verfolgt werden, nachdem sie auf einer Webseite waren. Richte eine Frequency Cap ein und stelle Deine Remarketing-Kampagne so ein, dass sie nur Kunden aus den letzten 180 Tagen berücksichtigt. Ideal ist eine kleine Pause zwischen dem Erstkontakt und den Ads.

 

Welche Fragen stellst Du Dir zum Thema Remarketing? Wir beantworten sie Dir gerne in den Kommentaren! 

Bildnachweis: vector designed by Freepik

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