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Freie Presseportale – Nützlich, überflüssig oder sogar schädlich?

Presseportale sind auf den ersten Blick ziemlich praktisch – sie bieten nicht nur Platz, eigenen Content zu veröffentlichen und Backlinks zu setzen, viele bieten auch noch die Möglichkeit, mit der eingestellten Pressemitteilung bei Google News zu erscheinen oder den Text auf zahlreichen weiteren Portalen zu teilen. Aber spielen die Portale in Zeiten sinkender Linkrelevanz wirklich noch eine Rolle?

Presseportale – wichtig für die Sichtbarkeit im Netz

Zunächst einmal zur Erklärung: Was sind Presseportale? Eigentlich gibt es diese Webseiten schon seit 1999 – sie waren die ersten Seiten, auf denen man gezielt Pressemitteilungen platzieren konnte, um von Journalisten oder Redakteuren angesprochen zu werden. Mittlerweile hat sich der Fokus verschoben. In erster Linie geht es heute bei den Portalen um SEO.

Die Offpage-Optimierung, also das strategische Setzen von Backlinks und Weiterleitungen, spielt im Vergleich zum Content Marketing keine große Rolle mehr. Google bewertet den Seitencontent heute viel höher als das Linknetzwerk.

Trotzdem sollte man auf die Verlinkungen, gerade in Presseportalen, nicht ganz verzichten.

Aber nicht nur aus SEO-Sicht sind die meist kostenlose Angebote interessant. Zum einen können manche der Seiten mit einer hohen Besucherzahl glänzen, zum anderen ist gerade die Weiterverteilung an andere Dienste sehr lukrativ. Letztendlich kommt es darauf an, die Presseforen richtig einzusetzen – wie jedes andere Tool auch.

Nicht das Portal entscheidet, sondern die Pressemitteilung

Die Frage ist weniger, wie viele Pressemitteilungen man in wie viele Foren stellt. Entscheidend ist, wie bei allen anderen Contentarten auch, die Qualität. Zunächst einmal der wichtigste Tipp: Um eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, sollte man auch etwas mitzuteilen haben. Es gibt aber auch noch andere Punkte, die gute Meldungen erfüllen sollte:

  • Backlink zur beworbenen Seite – idealerweise natürlich zum beworbenen Angebot oder Inhalt
  • Angabe einer Kontaktperson – mindestens mit einer Mailadresse.
  • gute Textstruktur mit Zwischenüberschriften
  • etwa 300 bis 500 Wörter Länge
  • konkretes Thema und ein Aufhänger, der zum Lesen einlädt
  • Unique Content, eigens für die jeweilige Pressemitteilung geschrieben

Risiken der freien Presseforen

Google liebt Unique Content, der sich nur an einer Stelle im Web findet. Genau diese Inhalte sorgen für natürliche Backlinks. Das beißt sich natürlich mit dem Konzept der freien Presseportale – oftmals werben Anbieter sogar damit, die Meldung noch auf tausenden anderen Seiten zu verteilen. Im Online Marketing sollte man immer darauf achten, wo die Links zur eigenen Seite stehen – im schlimmsten Fall leidet darunter nämlich nicht nur der Ruf.

Experten streiten sich seit Jahren, ob die Backlinks aus den Presseportalen negative Auswirkungen auf das SEO-Ranking der Ursprungsseite haben. Denn wenn die Links auf den Standard-Befehl „dofollow“ gesetzt sind, vererben Sie einen Teil der (meist sehr niedrigen) Rankings der Presseportale an die Ursprungsseite.

Darum: Wählen Sie Presseportale, die „nofollow“ anbieten. Eine kleine, aber hochwertige Auswahl ist besser als tausende Verlinkungen, die ins Nichts führen.

5 Tipps für gute Pressemitteilungen im Netz

  1. Immer für den User schreiben, nie für Suchmaschinen
  2. …aber trotzdem nicht den Einsatz relevanter Keywords vergessen
  3. Nur in Portalen mit „nofollow“ veröffentlichen – das beugt einer Google-Bestrafung wegen unnatürlicher Links vor
  4. Wählen Sie die Presseportale gezielt aus und schreiben Sie auch lokale Redakteure an
  5. Klare Struktur, klarer inhaltlicher Sinn und Zweck, natürlicher Einbau von Fokus-Keywords

10 kostenfreie Presseportale

  • openpr.de
  • firmenpresse.de
  • online-artikel.de
  • dailynet.de
  • fair-news.de
  • news4press.com
  • deutschepresse.de
  • prcenter.de
  • resseanzeiger.de
  • trendkraft.de

Der Pressportal Report 2015 als kommentiertes Video:

Fazit: Richtig angewendet sind Presseforen ein interessantes Tool

Sie sollten sich keine Illusionen machen – mit einer Mitteilung in einem freien Presseforum werden keine neuen Besucherströme aus dem Nichts auftauchen.

Backlinks sind zwar nützlich für die Offpage-Optimierung, allerdings sollte guter Content immer im Zentrum des Online-Marketings stehen. Für die Sichtbarkeit im Internet spielen die freien Portale heute noch eine entscheidende Rolle – man sollte also durchaus dort auftauchen, aber auf Backlinks zweifelhafter Qualität verzichten.

Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Links zur eigenen Seite zu generieren, sondern neue Kunden auf die Angebote aufmerksam zu machen. Und wenn das durch Zufall auf einem Presseportal passiert – warum nicht?

Die Hauptinformationsquelle für alle Interessenten sollte aber weiterhin die Webseite bleiben – die Pressemitteilung weißt nur den Weg in die richtige Richtung.

1 Antwort
  1. Irina
    Irina says:

    Hallo Carolin, vielen Dank für den tollen Beitrag. Insbesondere Dein Zitat „Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Links zur eigenen Seite zu generieren, sondern neue Kunden auf die Angebote aufmerksam zu machen. Und wenn das durch Zufall auf einem Presseportal passiert – warum nicht?“ bringt die Relevanz von weitreichenden Veröffentlichung von Online-Pressemitteilungen auf den Punkt.

    Gerne würde ich Dir unsere Studie „Die Sichtbarkeit von Online-Pressemitteilungen in den Suchergebnissen bei Google“ empfehlen: https://www.pr-gateway.de/blog/studie-mit-online-pressemitteilungen-zu-mehr-reichweite-im-internet/

    Für die Sichtbarkeitsstudie wurden bei 120 Online-Pressemitteilungen 2 bis 3 Keywords bzw. Keywordphrasen identifiziert. Anschließend wurde nach diesen Keywords und Keywordphrasen bei Google gesucht, um festzustellen, wie häufig die veröffentlichte Online-Pressemitteilung unter den verwendeten Keywords auf der 1. Seite bei Google gefunden wird.

    Unser Fazit: In zahlreichen Beispielen zeigt die Sichtbarkeitsstudie, wie sich PR-Strategie erfolgreich umsetzen lassen, um mit Pressemitteilungen mehr Sichtbarkeit zu erlangen.

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