Reichweite

Für viele Unternehmen auf Facebook bringt das neue Jahr keine guten Nachrichten. Die organische Reichweite ist im Keller, viele Fans einer Seite sehen weder Updates noch Posts in ihren Newsfeed. Betroffen sind vor allem Fanseiten, Unternehmen, Brands und Medien. Welche Strategie Facebook damit verfolgt und wie Du Deine organische Reichweite retten kannst, verraten wir Dir im Blog.

Menschen näher zusammenbringen – das neue, alte Ziel von Facebook

Seit Anfang 2018 schränkt Facebook die Reichweite von Unternehmen im Newsfeed noch weiter ein. Schon in den letzten Monaten ist die organische Reichweite bei vielen Brands immer schwächer geworden. Das Ziel? Laut Mark Zuckerberg soll damit die soziale Interaktion mit Freunden und der Familie gestärkt werden. Auf diese Idee ist er gekommen, weil er seinen beiden Töchtern ein Vermächtnis hinterlassen will, auf das sie stolz sein können. Gewinnabsichten? Angeblich keine.

Tatsächlich war das ursprüngliche Ziel von Facebook, Freunde miteinander zu verbinden. Erst mit der Zeit hat sich die soziale Plattform gewandelt. Die alte Philosophie bestand darin, den Nutzern relevante Inhalte zu präsentieren – unabhängig davon, ob es um den Geburtstag der Oma oder die Ankündigung eines neuen Artikels im Lieblingsblog ging. Das soll sich jetzt ändern.

 

Based on this, we’re making a major change to how we build Facebook. I’m changing the goal I give our product teams from focusing on helping you find relevant content to helping you have more meaningful social interactions.

Das Unternehmen nimmt damit in Kauf, dass die insgesamt auf Facebook verbrachte Zeit zurückgeht. Qualität statt Quantität: Um Platz für die News von Freunden und Bekannten zu machen, müssen die Beträge von Publishern und Unternehmen weichen.

Die organische Reichweite ist tot: Das Aus für Brand-Pages und Publisher?

Viele Unternehmen haben eine Menge Zeit, Geld und Aufwand in den Aufbau ihrer Community bei Facebook gesteckt. War das jetzt alles umsonst? Es scheint so: Die organische Reichweite ist bei manchen Seiten auf unter 3 Prozent gesunken. Das bedeutet, dass nur ein Bruchteil der eigenen Fans noch die Beiträge und Artikel im Newsfeed sieht – und das, obwohl sie die Seite gelikt haben.

Facebook will, dass sich die Nutzer stets untereinander austauschen und die veröffentlichten Inhalte als Plattform für noch mehr soziale Interaktion mit den eigenen Freunden nutzen. Es geht also nicht mehr um die Beziehung Marke – Nutzer, sondern der Fokus liegt auf den Nutzer-Nutzer-Interaktionen. Brands sind im Bestfall ein Anlass, um sich zu unterhalten. Facebook selbst formuliert das so:

Mit diesem Update werden wir zukünftig die Beiträge priorisieren, die dazu führen, dass es mehr Unterhaltungen und bedeutungsvolle Interaktionen auf Facebook gibt.

News Feed FYI: Bringing People Closer Together

Gepostet von Facebook am Donnerstag, 11. Januar 2018

 

Kurz gesagt: Wenn ein Beitrag, Bild oder Video zu Diskussionen und Shares anregt, hat es zumindest eine Chance, im Newsfeed zu erscheinen. Kleinere Seiten mit wenig Interaktionen und noch weniger Kommentaren dagegen müssen fürchten, noch weiter abzusinken.

So sehen Deine Fans weiterhin Deine Inhalte

  1. Es gibt im Feed die Möglichkeit, bestimmte Seiten mit Priorität zu behandeln. Der User kann also Deine Seite als Lieblingspage markieren und bekommt so trotz der Änderung Deine News im Feed angezeigt. Allerdings erfordert das zusätzliche Mühe vom User – und sicherlich sind nur absolute Superfans bereit, diesen Weg zu gehen. Du kannst hier aber etwas nachhelfen, indem Du Deine Community über das Feature informierst. Um weiterhin Deine Updates zu sehen, müssen die Nutzer in die Newsfeed-Einstellungen gehen. Dort können sie ihre Lieblingsseiten markieren.
  2. Facebook legt viel Wert auf Interaktion und Gespräche unter Freunden. Aktuell funktionieren Seiten und Bilder gut, bei denen man einen oder mehrere Freunde in den Kommentaren erwähnen muss (Facebook-Bildspiele wie „@N muss dir einen Drink ausgeben!“ oder „Welcher Deiner Freunde würde XY tun?“). Facebook wertet das als Interaktion unter Freunden. Du kannst diese Möglichkeit kreativ nutzen, um Deine User dazu zu animieren, ihre Freunde unter Deinem Beitrag zu markieren. Wie lange das noch funktioniert, ist aber fraglich. Facebook hat schon angekündigt, dem „Interaction-Baiting“ bald ein Ende zu bereiten.
  3. Facebook selbst empfiehlt, zukünftig auf Medientypen zu setzen, die viel Engagement einbringen. Vor allem den Live-Videos kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Da die User hier live mitkommentieren können, gibt es auch mehr Anreize zur Interaktion – und das soll sich positiv auf die organische Reichweite auswirken.
  4. Zu guter Letzt gibt es natürlich die Möglichkeit, einfach noch mehr Geld in die Hand zu nehmen und Deine Beiträge bewerben zu lassen. Viele Experten munkeln, dass genau das Sinn und Zweck hinter der Änderung war. Unternehmen müssen jetzt quasi jeden Beitrag mit Facebook Ads ausstatten, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Das führt dazu, dass die Preise für Facebook Ads gerade sprunghaft steigen – denn im Newsfeed gibt es nur begrenzt Platz für Werbeanzeigen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Mark Zuckerberg hat angekündigt, dass sich Seitenbetreiber und Publisher demnächst auf noch weitere Änderungen einstellen müssen. Ist das eine Warnung oder eine Information? Dazu passt auch, dass es vor kurzem Tests zum neuen „Entdecken“-Feature gab. Bei dieser neuen Variante des Newsfeeds werden alle Ergebnisse und Beiträge von Seiten in einen eigenen Reiter verpackt, den die wenigsten User nutzen dürften. Wir bleiben gespannt, welchen Weg Facebook gehen will und wie sie die Balance zwischen Publishern und Privatnutzern erhalten wollen.


Habt Ihr die Auswirkungen des neuen Newsfeeds schon zu spüren bekommen? Berichtet uns in den Kommentaren von Euren Erfahrungen! 

1 Antwort
  1. Oliver Lampert
    Oliver Lampert sagte:

    Danke für den interessanten Artikel. Ich kann einige Aussagen anhand meiner Betreuung von zwei Facebook Brand Seiten in Teilen bestätigen. Facebooks Strategie könnte natürlich auch darauf abzielen mehr Ads (Werbeanzeigen) für Marketer zu verkaufen. Da nun quasi die „organische“ Reichweite für Beiträge an Abonnenten sinkt, könnten Unternehmen dazu übergehen die Lücke mittels Werbung für Personen, die die eigene Marke geliked haben, auszugleichen.

    Antworten

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