AdWords Zielgruppe

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für Deine SEA-Kampagne. Klar, Du kannst stundenlang nach den richtigen Keywords fahnden und darauf hoffen, das Deine Zielgruppe bestimmte Begriffe ins Suchfeld tippt. Oder Du nutzt einfach den Datenschatz, den Google AdWords uns bereitstellt. Statt Keywords kannst Du nämlich auch die Menschen definieren, die Deine Werbung sehen sollen. Wir erklären Dir, was Du dabei beachten musst und wie Du die perfekte AdWords-Zielgruppe zusammenstellst. 

Welche Arten von Zielgruppen gibt es bei AdWords?

Keywords waren früher die Lebensessenz von SEO und SEA. Ohne die richtigen Schlüsselwörter ging gar nichts. Unsere Arbeit bei der SEA-Analyse bestand vor allem aus der tiefgreifenden Analyse von Begriffen, Phrasen, Synonymen und Satzfetzen. Natürlich war das erfolgreich. Aber es ist viel sinnvoller, Menschen direkt anzusprechen, als über ihre vermuteten Suchbegriffe zu orakeln. Google hat das erkannt. Es gibt mittlerweile mehr Möglichkeiten, die gewünschte Zielgruppe einer Werbekampagne zu definieren. Das AdWords-Menü bietet drei Möglichkeiten, das Publikum zu unterteilen:

  • Interessen: Google erkennt automatisch die Themenbereiche und Branchen, für die sich ein Nutzer interessiert.
  • Verhalten: Vergangene Suchanfragen und das Verhalten auf externen Seiten werden zum Trigger für eigene Zielgruppen.
  • Demografie: Alter, Wohnort, Sprache und Elterneigenschaft sind die klassischen Merkmale für das Targeting.

Diese drei Bereiche geben Dir die Möglichkeit, die Zielgruppe Deiner Träume zusammenzustellen. Aber was macht eigentlich eine gute AdWords Audience aus? Eine Audience ist eine definierte Gruppe, die auf Deine Werbeanzeige klicken sollen. Du musst den goldenen Mittelweg finden: Die Gruppe sollte groß genug sein, um anonymisiert zu werden, aber nicht zu groß, damit Deine Werbeanzeigen nicht im Sande verlaufen. Neben dem Targeting auf eine bestimmte Zielgruppe kannst Du noch andere Faktoren in Deine Kampagne einfließen lassen: Zeit, Ort, Keywords, Placements oder Gerätetyp.

Wie Du mit Similar Audiences for Search Campaigns neue Kunden entdeckst

Wie schön wäre es, wenn Dein Lieblingskunde fünfhundert Freunde mit ähnlichen Vorlieben hätte? Mit Similar Audiences findest Du die Doppelgänger Deiner Kunden. Ähnliches Verhalten, dieselben Interessen und ein vergleichbares Budget – Jackpot für Dich! Du musst eine Zielgruppe definieren und AdWords findet automatisch Menschen, die ein ähnliches Profil haben. Das kann Deine Reichweite erheblich steigern.

Similar Audiences lassen sich gut mit RLSA vergleichen. Remarketing-Anzeigen haben in der Regel eine hohe Conversionrate, aber kommen insgesamt selten vor. Schließlich sprichst Du damit nur Personen an, die Dein Angebot sowieso schon kennen. Eine Similar Audience hat in der Regel eine ähnlich hohe Conversionrate wie die Remarketing-Liste, auf der sie basiert. Mit dem Unterschied, dass siebenmal so viele Menschen sie zu Gesicht bekommen! Es kann sogar passieren, dass eine solche Ad ihre Remarketing-Kampagne im Gesamtumsatz übertrumpft. Im Vergleich zu herkömmlichen Anzeigen ohne Zielgruppen-Targeting ist sogar eine 65 Prozent höhere CTR drin!

Laut Wordstream sind CTR und Conversionrate genauso gut wie bei Remarketing-Anzeigen für Deine AdWords-Zielgruppe, aber die Reichweite ist erheblich höher. (Quelle: Wordstream)

Laut Wordstream sind CTR und Conversionrate genauso gut wie bei Remarketing-Anzeigen, aber die Reichweite ist erheblich höher. (Quelle: Wordstream)

Best Practice für Similar Audiences für die perfekte Neukunden-Zielgruppe

  • Du hast eine gut geführte Remarketing-Liste mit Kunden, die schon einmal bei Dir eingekauft haben? Nutze Similar Audiences für diese Kundengruppe! Du wirst auf Neukunden stoßen, die ebenfalls bei Dir einkaufen wollen.
  • Mit einem so exakten Targeting brauchst Du eigentlich keine Keywords mehr. Stattdessen kannst Du Deine Similar Audiences mit einer Dynamic Search Ad kombinieren, die automatisch geeignete Anzeigenplätze sucht und findet.
  • Da Du bei den Similar Audiences mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Conversion erwarten kannst, darf Dein PPC hier etwas teurer sein als bei anderen Kampagnen. Das ist aber abhängig vom genauen Inhalt und Deiner Zielsetzung.

NEU: In-Market Audiences: Bereit zum Verkauf?

Kunden auf dem Silbertablett: Google hat uns am 04. Juni 2018 mit einem neuen Feature überrascht. In-Market Audiences bieten die Möglichkeit, Kunden in Kauflaune direkt in den Shop zu lotsen. Ja, richtig gelesen: Anhand von Verhaltenssignalen, Suchvorgängen  und Interessen kann Google eine AdWords-Zielgruppe zusammenstellen, die kurz vor der Kaufentscheidung steht. Wie das geht? Google analysiert die bisherigen Suchanfragen und bringt sie in einen Kontext. Wer nach einer Privatuniversität im Allgäu googelt, will sich vielleicht nur informieren. Wer davor allerdings nach Informationen zum zweiten Bildungsweg, Stipendienprogrammen und Zukunftschancen gesucht hat, der ist wahrscheinlich auf der Suche nach einem interessanten Angebot.

Bisher gibt es 170 In-Market Zielgruppen für alle üblichen Branchen. Ob Hausbau, Autokauf, Flugreise oder Fortbildung: Google weiß, wer es ernst meint. Klar, diese Zielgruppen sind relativ klein. Erfahrungen aus dem Beta-Test zeigen, dass Google etwa 5 Prozent der Suchenden als „In-Market“ taggt.  Dafür ist die Conversionrate bei dieser kleinen, aber feinen Gruppe signifikant höher. Laut Wordstream haben In-Market Audiences eine 162 % höhere CTR und klicken doppelt so häufig auf den Warenkorb.

Die ideale Strategie für Deine Wunsch-Zielgruppe mit In-Market Audiences

  • Beobachte und lerne! In-Market Audiences sind noch frisch auf dem Markt, es gibt nur wenige Erfahrungen aus der Praxis. Um ein Gefühl für die Größe der Zielgruppe zu bekommen, solltest Du Deine erste Probefahrt im Modus “Bid only” machen.
  • Gehe kreativ mit dem Wissen über die Customer Journey um! Was braucht jemand, der laut Google demnächst ein Auto kauft? Eventuell einen Kredit oder passende Winterreifen. Damit erreichen Nischenseiten neue Kunden, obwohl ihr Angebot nicht offiziell von Google supportet wird.
  • In-Market Audiences bringen Dich mit komplett neuen Kunden zusammen. Aber da die Zielgruppe klein ist, solltest Du Deine anderen Kampagnen nicht vernachlässigen!

AdWords-Zielgruppe mit Customer Match: So setzt du Deine E-Mail-Liste richtig ein

Customer Match war der erste Schritt, um die analoge und digitale Werbewelt zusammenzubringen. Du kannst hier eine Liste mit E-Mail-Adressen Deiner Kunden hochladen. Google sucht dann nach den dazugehörigen Profilen und Nutzern und spielt ihnen Deine Werbung vor. Seit 2017 kannst Du sogar Adressen oder Telefonnummern nutzen, um Deine Kunden wiederzufinden. Allerdings geben nicht allzu viele User diese sensiblen Daten in ihrem Google-Profil an. Die E-Mail-Adresse ist die beste Wahl, um Deine Kunden im Internet zu identifizieren.

Wichtig: Du darfst nur E-Mails verwenden, die Du direkt von Deinen Kunden bekommen hast. Sie müssen wissen, dass Du sie damit in Werbeanzeigen ansprechen willst. Ein entsprechender Hinweis in der Datenschutzerklärung ist also Pflicht!

Der Datenschutz schreibt außerdem vor, dass Du einen ausreichend großen Pool an Adressen brauchst, um dieses Feature zu nutzen. Das stellt sicher, dass die Anonymität bei dieser AdWords-Zielgruppe gewahrt bleibt. Die Erfolgsquote beim Kundenabgleich liegt bei 50 Prozent – jede zweite E-Mail in einem Datensatz kann also mit einem Google-Profil in Verbindung gebracht werden.

Erfolg mit Google Customer Match: So einfach funktioniert die persönlichste AdWords-Zielgruppe

  • Die Adressen müssen nicht unbedingt von Gmail stammen, damit das System funktioniert. Google findet automatisch die Google-Profile zu externen E-Mail-Adressen.
  • Customer Match funktioniert nur in Verbindung mit Keyword-Kampagnen. Google spielt Deine Anzeigen bevorzugt an Kunden aus, deren E-Mail Du angegeben hast. Du kannst hier gerne Shorttail-Keywords wählen, die normalerweise viel zu teuer sind.
  • Natürlich kannst Du auf Basis einer Customer-Match-Liste auch Similar Audiences suchen.

Fazit: Targeting wird persönlich: Zielgruppen statt Keywords

Targeting-Strategien, die sich auf das Verhalten der Nutzer stützen, bieten eine spannende Alternative zu Keywords. Mit Similar Audiences und In-Market Audiences sprichst Du Menschen an, die bisher noch nicht einmal etwas von Dir gehört haben. Customer Match ist wie analoges Remarketing. AdWords bietet viele Möglichkeiten, um Zielgruppen punktgenau anzusprechen und ganz neue Märkte zu erforschen. Mit den richtigen Tools vermeidest Du Streuverluste und findest Deine persönliche AdWords-Zielgruppe, die Dich zum Erfolg führt.


Hast Du schon Erfahrungen mit den Features von AdWords gemacht? Was ist Dein Geheimtipp für die perfekte AdWords-Zielgruppe? Berichte uns unbedingt in den Kommentaren davon!

1 Antwort
  1. we-love-google-adwords
    we-love-google-adwords sagte:

    Hallo! Sehr schöner Beitrag. Ich finde es sehr interessant, dass Online-Marketing immer mehr über Zielgruppen betrieben wird und weniger über Keywords, wenn ich das richtig verstanden habe. Außerdem eine schöne Erklärung für das Google Feature Customer Match.

    Antworten

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