Social-Media Werbung

Laut t3n.de ist es eine Anleitung zum Geldverbrennen: Social Media und B2B scheinen kein Traumpaar zu sein. Für viele Entscheider ist Social Media zu laut und zu unprofessionell. Sie vertrauen lieber den guten, alten Methoden. Welche Möglichkeiten gibt es, Geschäftskunden auf Social Media anzusprechen? Ist das überhaupt eine gute Idee? Lohnt sich Social-Media-Werbung für B2B? Wir analysieren das Problem und geben Tipps, um auf Xing, LinkedIn und anderen Plattformen Firmen für Dein Unternehmen zu begeistern. 

B2B und Social Media: Eignet sich Facebook zum Vertrieb?

Laut Bitkom setzen 90 Prozent der deutschen Unternehmen auf Social Media, 38 Prozent wollen ihre Ausgaben für diesen Marketingkanal sogar noch steigern. Klingt gut, oder?

Social Media stärkt das Band zwischen Anbieter und Verbraucher. In der Welt der Entscheider und B2B-Geschäfte läuft der direkte Kontakt allerdings meist über das Telefon, E-Mails oder Vertreter. Arbeitet B2B-Werbung auf Facebook an der Zielgruppe vorbei? Für viele Unternehmen stand das sowieso lange fest. Manch eine Unternehmensseite wurde zähneknirschend gegründet, weil jedes Unternehmen eine Facebookseite haben musste.

Dementsprechend halbherzig läuft die Werbung. Ganz klar, dass sich dabei kein Erfolg einstellt. Aber B2B-Marketing auf Social Media hat noch ein weiteres Problem: Es entspricht nicht dem Einkaufsverhalten der Zielgruppe. Geschäftskunden legen viel Wert auf den persönlichen Kontakt und auf professionelle Empfehlungen. Die Werbung bei Facebook erscheint ihnen zu direkt, zu informell und zu wenig individuell. Substanzlos und ineffizient: Laut der Studie „Digital Media Use in the Industrial Sector“ von IEEE GlobalSpec kommt Social Media erst auf Platz 13 der wichtigsten Entscheidungsfaktoren für Manager. Ist Hopfen und Malz für die Social-Media-Werbung für B2B verloren?

Die Studie zu den wichtigsten Faktoren zeigt, dass Ingenieure Wert auf direkte Informationen und ihre Kollegen leben. Social Media kommt darin nicht sehr gut weg. (Grafik: IEEE GlobalSpec, Digital Media Use in the Industrial Sector, 2017 via t3n)

Dazu kommt, dass Facebook mit seinem neuesten Algorithmus-Update die organische Reichweite von Unternehmen deutlich zurückgeschraubt hat. Mit Werbeanzeigen ist es möglich, Zielgruppen direkt zu targeten – und selbst das ist nur noch in geringem Maße von Erfolg gekrönt. Laut t3n ist die Sichtbarkeit über Suchmaschinenoptimierung deutlich höher als der Nutzen von Facebook, Twitter und Co. Es stellt sich die Frage: Lohnt sich der Einsatz von Zeit und Geld für Social Media im B2B-Bereich überhaupt?

Social Media ist mehr als Facebook und Twitter: B2B-Marketing bei Youtube, Xing und LinkedIn

Welche Argumente gibt es eigentlich für den Einsatz von Social Media-Werbung für B2B?

  • Eine gewaltige Zielgruppe, die fast alle Menschen auf dem Planeten abdeckt.
  • Die Möglichkeit, mit Social-Media-Werbung für B2B Kunden fast personengenau anzusprechen und zu targeten.
  • Der direkte Kontakt mit Leads und die unkomplizierten Optionen zur Kundenbindung.

Im B2B-Geschäft gilt Qualität vor Quantität. Technische Fragen verlangen nach komplexen Angeboten, die sich nicht nebenbei auf Facebook bewerben lassen. Es geht um Vertrauen, Kontrolle und Branchenkenntnis. Durchschnittlich verwenden B2B-Käufer erheblich mehr Zeit auf die Recherche vor dem Abschluss als andere Konsumenten. Sie wollen sich eine umfassende Meinung bilden, bevor sie auf den Warenkorb klicken. Keine guten Voraussetzungen für Social-Media-Werbung, wo die Informationsdichte deutlich niedriger liegt. Schnelle, große, chaotische Plattformen wie Facebook oder Twitter eigenen sich nur begrenzt für Social-Media-Marketing und B2B.

 

Youtube liegt bei Entscheidern ganz weit vorne. Wie lässt sich hier Social Media-Werbung für B2B umsetzen? (Quelle: Content Marketing Institute. Die Daten gelten für Amerika, daher ist Xing nicht dabei.)

Youtube liegt bei Entscheidern ganz weit vorne. Wie lässt sich hier Social-Media-Werbung für B2B umsetzen? (Quelle: Content Marketing Institute, B2B Manufacturing Content Marketing. Die Daten gelten für Amerika, daher ist Xing nicht dabei.)

 

Ganz anders sieht das bei Plattformen aus, wo das Netzwerk im Vordergrund steht. Mit Xing gibt es in Deutschland einen riesigen Platz für geschäftliche Kontakte. LinkedIn ist als globale Variante ebenfalls ein Muss im B2B-Marketing. Mit den Branchengruppen und weiteren Tools stehen Dir einige Optionen zur Verfügung, um die Reputation Deines Unternehmens zu verbessern. Du kannst Dich hier als Meinungsführer positionieren und Dein Fachwissen teilen.

Etwas überraschend steht Youtube ganz oben in der Gunst der Entscheider. Bei genauerer Betrachtung erschließt sich die Faszination Youtube: Es geht um Informationen. Bilder (und Videos) sagen mehr als tausend Worte: Ein gut gemachtes Produktvideo oder eine sympathische Erklärung sind goldwert, um die Vorteile des eigenen Produkts deutlich zu machen. So punktet HILTI mit seinen kurzen Demonstrationsclips bei Geschäftskunden, die auf der Suche nach einem neuen Partner sind:

Unsere Tipps, um mit Social-Media-Werbung für B2B Kunden zu glänzen

  1. Pull statt Push! Im B2B-Marketing geht es schon lange nicht mehr um Massenmailings, Cold Calls oder andere Methoden, die Kunden in eine bestimmte Richtung schubsen. Du willst, dass er von sich aus zu Dir kommt. Das erreichst Du dadurch, dass Du ihn mit kompetenten Inhalten anziehst. Content Marketing im B2B-Bereich besteht aus wertvollen Blogartikeln oder Webseiteninhalten, die Du dann über Social Media verteilst. Das erhöht Deine Reichweite und bringt Kunden direkt zu Dir.
  2. Für einen kleinen Boost in Sachen Sichtbarkeit und Reichweite kannst Du Deine eigenen Beiträge mit Social-Media-Werbung ausstatten. Dabei bezahlst Du einen bestimmten Betrag und kannst eine Zielgruppe auswählen. Das ist der entscheidende Punkt: Punktgenaues Targeting bei B2B ist extrem wichtig. Versuche, Deine Branche so exakt wie möglich einzugrenzen und eventuell sogar direkt Mitarbeiter eines Unternehmens anzusprechen. Es ist nicht schlimm, wenn nur wenige Nutzer Deine Anzeige sehen – es müssen die richtigen sein.
  3. Professional Networks wie Xing oder LinkedIn bieten die Möglichkeit, eine eigene Seite für Dein Unternehmen anzulegen. Dort kannst Du mit einem aussagekräftigen Profil Eindruck machen. Das gilt nicht nur für potenzielle Geschäftspartner: XING ist in Deutschland die erste Adresse für Bewerber und Interessenten, die Dich mit ihrem Fachwissen unterstützen wollen.
  4. Zudem kannst Du mit dem Gruppenfeature Kontakt zu anderen Unternehmen in der Branche aufnehmen. Weiterhin sind diese Gruppen ein guter Ort, um Deinen Content zu teilen. Achte aber darauf, dass Deine Beiträge nicht allzu sehr in Eigenwerbung versinken! Das schreckt Deine Kollegen eher ab und macht es unwahrscheinlich, dass sie Dich empfehlen.
  5. Wichtigster Erfolgsfaktor für das B2B-Marketing ist die eigene Webseite. Laut Accenture empfinden 37 Prozent der B2B-Käufer die Inhalte von Unternehmenswebseiten hilfreich. Das muss sich ändern. Deine Webseite bietet Platz für alle relevanten Informationen zu Deinen Produkten und Dienstleistungen. Nutze diese Macht und sorge dafür, dass sich Deine B2B-Kunden sofort bei Dir zurechtfinden!

Fazit: Die Social-Media-Strategie macht den Unterschied

Das Problem bei Social-Media-Werbung für B2B: Die Zielgruppe ist nicht da, wo die Werbeanzeigen sind. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • So grandiose Inhalte erstellen, dass die Nutzer einfach auf Deiner Facebook-Seite vorbeischauen müssen.
  • Dorthin gehen, wo sich Deine Zielgruppe befindet.

Für welche Option Du Dich auch entscheidest, um eine Social-Media-Strategie kommst Du nicht herum. Denn ohne ein Ziel und eine klare Botschaft erreichst Du mit Deinem Content niemandem. Das ist eine der größten Ursachen dafür, dass Social-Media-Werbung für B2B schlecht performt: Es mangelt an einer strategischen Ausrichtung, die den Kunden in den Mittelpunkt nimmt. Es geht darum, dem Kunden einen Mehrwert zu präsentieren. Da spielt es keine Rolle, ob es ein Manager im Büro ist oder ein Privatkunde auf dem Sofa.


Empfindest Du B2B-Marketing auf Social Media als sinnvoll? Was sind Deine Tipps und Tricks? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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