Ein weiteres Phantom hat die Bühne betreten – die rätselhaften Updates am Suchmaschinenalgorithmus beschäftigen SEOs schon seit vielen Monaten. Auch Mitte November hat ein Gespenst wieder zahlreiche Suchergebnisse durcheinander gewirbelt. Was es mit dem Google Phantom Update auf sich hat, versuchen wir heute zu ergründen.

„The same procedure…“ – Google Updates folgen einem Muster

Die Experten streiten sich, ob das gerade ausrollende Update Phantom 2 oder Phantom 3 genannt werden sollte. Es hat nämlich dieselben Charakteristiken wie die mysteriösen Änderungen vom Mai, aber auch eine gewisse Ähnlichkeit mit verschiedenen Auffälligkeiten aus einem unbenannten Update aus 2013.

Wie auch immer man es nennen möchte, das aktuelle Update scheint den Kern der Suchmaschine zu betreffen. Das Core-Update beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten rund um den Hauptalgorithmus. Damit wirken sich Änderungen hier besonders stark aus – selbst wenn die Google-Experten nur Kleinigkeiten verändert haben. Daher gibt es bei den Phantom-Updates nur selten eine offizielle Stellungnahme des Konzerns.

Das Phantom-Update unterscheidet sich damit von den beiden anderen großen Update-Arten von Google:

  • Google Panda betrifft in erster Linie den Webseitencontent und straft üblicherweise Seiten mit minderer Qualität oder Duplicate Content ab. Dadurch will Google Seiten stärken, die sich Mühe bei den Inhalten geben und dem User echten Mehrwert präsentieren
  • Google Pinguin dreht sich um Linkstrukturen und Backlinks. Es richtet sich gegen zu sehr optimierte Seiten, die weniger mit ihren Inhalten überzeugen, sondern nur wegen technischer Spielereien gut ranken

Das Google Phantom Update 3 ändert alles und nichts

Zunächst noch einmal eine kleine Geschichtsstunde. Das Phantom-Update vom Mai 2015 hat zahlreiche kleine, in der Summe aber signifikante Änderungen mit sich gebracht. Auffällig dabei war, dass Verzeichnisseiten kräftig gewonnen haben, während Ratgeber eher verloren haben. Interessant: Weder Usability noch Visibility hatten einen nennenswerten Einfluss auf die Änderungen.

Das hat sich mit Phantom 3 geändert: Viele Gewinner aus dem Mai wurden leicht zurückgestuft. Gewonnen dagegen haben Seiten, die den User Search Intent perfekt abbilden. Search Intent? Das kennen wir doch schon vom Thema RankBrain!

Search Intent ist der Begriff für das eigentlich Ziel, das der Suchende beim Eintippen der Suchanfrage hatte.

Kurz gesagt: Mit Phantom 3 haben Seiten gewonnen, die wertvolle Zusatzinformationen zu einem Thema bieten. Die User sollen auf das Suchergebnis klicken und sofort die Infos finden, die sie auch suchen. Klicken sie nach wenigen Sekunden auf den „Zurück“-Button, sind sie in diesem Suchergebnis wohl nicht fündig geworden. Google registriert dieses Nutzerverhalten und bewertet dementsprechend dynamisch die besuchte Seite. Diese künstliche Intelligenz lernt mit jeder einzelnen Suchanfrage noch mehr dazu. Vermutlich hängt das jetzige Core-Update von Google mit dieser RankBrain genannten Technologie zusammen.

Immer im Trend: Guter Content, echter Mehrwert und hohe Usability

Mit diesem Wissen können wir jetzt einige Punkte benennen, die nach dem Google-Phantom-Update noch wichtiger werden:

  1. Egal ob Pinguin, Panda, Phantom oder künftige Updates, die sicher auch mit P anfangen: Guter Content wurde noch nie abgestraft. Mit den Änderungen im Bereich Nutzerintention definiert Google jetzt allerdings genauer, was genau „guter Content“ ist. Das sind Texte und Bilder, die dem User fesseln und ihm genau die gesuchten Informationen bieten.
  2. Im selben Atemzug fällt auch auf, dass die Platzierung des Contents eine große Rolle spielt. Bisher haben viele Seiten ihre Texte ans Ende der Seite gestellt – schließlich dienen sie in erster Linie der Suchmaschinenoptimierung und die beworbenen Artikel mit Bildern sollen den Fokus auf sich ziehen. Das funktioniert mittlerweile nicht mehr. Besser: Kürzere Texte, die prominent platziert werden.
  3. Es ist sehr wichtig, die Absprungrate gering zu halten. Dabei hilft ein übersichtliches Design, in dem sich die User gleich wohl fühlen und problemlos orientieren können. Je einladender das Webdesign, desto länger verweilen die User auf der Seite.
  4. Auch eine hohe Usability, die sich durch eine gute Menüführung, kurze Ladezeiten und andere Features auszeichnet, ist wichtig für die Kundenzufriedenheit und damit auch für Google.

Fazit: Das Phantom geht um – aber niemand muss sich fürchten

Wer in guten Content investiert und eine professionelle Online-Marketing-Strategie verfolgt, der braucht vor Google Phantom keine Angst zu haben. Im Gegenteil: Der Suchmaschinenriese zeigt immer wieder, dass er sich mit jeder Verbesserung am Algorithmus hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit entwickelt. Ob mit RankBrain oder Phantom, guter, passender Content, den die User lesen wollen, ist und bleibt der beste Weg in die Suchergebnisse.

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