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Die (nicht so) stille Revolution: Voice-Anfragen bei Suchmaschinen

Voice-Anfragen

20 Prozent der mobilen Suchanfragen wird mittlerweile ins Smartphone gesprochen, bis 2020 soll dieser Anteil auf die Hälfte aller Suchanfragen steigen. Gerade junge Leute nutzen digitale Assistenten oder die Voicesuche von Google und Co. Aber was ist so anders an den Voice-Anfragen? Was müssen wir dabei in Sachen SEO beachten? Wir betrachten das Trend-Thema einmal genauer!

Das Gespräch mit der Suchmaschine boomt

Digitale Assistentinnen sind auf dem Vormarsch! Ob nun Siri, Cortana oder das etwas weniger feminine Google Now – fast jedes Mobile-Unternehmen hat seine eigene Version der virtuellen Hilfeleister. Und sie sind ja auch praktisch! Statt ewig Suchanfragen einzutippen, stellt man einfach eine kurze Frage oder gibt einen natürlich ausgesprochenen Befehl – fertig! Daneben können die oftmals fest installierten Apps auch noch so gut wie alles andere, was auch das Smartphone selbst kann. Klar, dass die Entwickler ihre Sprachsuche aggressiv bewerben und den Nutzern an jeder Ecke zur Verfügung stellen. Und das mit Erfolg!

Laut Google-CEO Sundar Pichai wird mittlerweile jede fünfte mobile Suchanfrage laut ausgesprochen – Tendenz steigend! Das liegt natürlich auch am veränderten Nutzungsverhalten der User von mobilen Endgeräten. Das Smartphone ist immer in der Hand oder maximal in der Hosentasche, und auch der Griff zum Tablet ist nie weit. Allerdings möchte niemand lange tippen – wir sind schließlich alle immer in Bewegung. Und in Sachen Multitasking kann niemand Siri oder Cortana etwas vormachen.

Basis dieses Erfolgs ist eine ausgeklügelte Spracherkennungssoftware, die dafür sorgt, dass wir uns fast ganz natürlich mit den digitalen Assistenten unterhalten können. Denn Siri, Alexa und Co. können Sprache interpretieren und den User Intend aus einer Anfrage filtern. Und durch künstliche Intelligenz lernen sie quasi mit jeder Anfrage dazu. Selbst komplexe Anweisungen werden spielend leicht umgesetzt – das macht die Nutzung im Alltag umso attraktiver.

Was ist anders an Voiceanfragen?

Voice-Suchanfragen haben erst einmal viel mit den klassischen mobilen Suchanfragen gemeinsam. Klar, schließlich bewegt sich der Anteil der Voice-Anfragen im Desktop-Bereich im gerade noch so messbaren Bereich. Charakteristisch ist bei den gesprochenen Suchanfragen der aktuelle Bezug – Wegbeschreibungen, Termine oder zeitliche Auskünfte stehen ganz oben in der Top-Liste der Anfragen. Kurz gesagt – wer mit seinem Handy spricht, der steht schon kurz vor der Entscheidung für den einen oder anderen Laden und ist auf der Suche nach Detailinfos oder einer spezifischen Antwort auf eine Frage.

Apropos Fragen: Statt einzelnen Keywords ist eine Voice-Suchanfrage per Definition tatsächlich das – eine Frage. Und auf diese erwartet der User eine möglichst genau passende und detaillierte, aber nicht zu lange Antwort. Das hat natürlich auch einen großen Einfluss auf die Gestaltung des Webcontents – denn Keywords haben nach wie vor Relevanz (natürlich), aber für die kontextbasierten Anfragen ist auch kontextsensitiver und -sinnvoller Inhalt gefragt.

Voice-Anfragen und SEO

Klassische Keyword-Optimierung läuft bei Voice-Anfragen nicht ganz so gut wie bei der normalen Suchmaschinenoptimierung. Voice-Anfragen sind viel organischer als ausgeschriebene Suchvorgänge und die User suchen weniger keywordbasiert, sondern stellen ihrem Smartphone wortwörtlich eine Frage. Statt “Müllabfuhr Dresden” fragt der User also ganz einfach “Wann wird der Müll abgeholt?”

Wie kann man das in Sachen SEO nutzen? Zum einen spielt der Fokus hin zu Longtail-Keywords eine große Rolle bei der Voice-Optimierung. Aber statt für jede mögliche Frage und Formulierung zu optimieren, sollte der Content ganz natürlich zahlreiche Aspekte des jeweiligen Themas aufgreifen. Selbst, wenn die dann gestellte Frage in ihrem Wortlaut nicht auf der Seite vorkommt, wird sie gefunden – die Algorithmen von Google sind mittlerweile so weit, hier Wichtiges von Unrelevantem zu trennen.

Hier einige weitere Tipps zur Optimierung für Voice-Suchanfragen:

  1. W-Fragen helfen! Es gibt Tools im Netz, mit denen Du Dir ganz bequem verschiedenen, oft gesuchte Fragen zu einem Thema anzeigen lassen kannst. Diese kannst Du dann in Deinem Content beantworten.
  2. Lokalisation ist alles! Local-SEO ist gerade auf Mobilgeräten ein großes Thema und das gilt auch für Voice-Anfragen. Also vernachlässige nie die Optimierung für lokale Suchen!
  3. Step-By-Step-Anleitungen und Berater jeder Art beantworten ganz nativ alle möglichen Fragen zu einem Thema – und sind damit die Allstars im Content-Marketing.
  4. Der User Intend ist alles! Du solltest genau wissen, welches spezifische Problem Deiner User Deine Seite löst und Deinen Content darauf hin optimieren – dann wirst Du auch gefunden.
  5. Ein FAQ auf Deiner Seite löst zwei Fliegen mit einer Klappe: Perfekte Formulierungen für die Sprachsuche, hoher Nutzen für den User!

Wie steht es mit dem Datenschutz bei Voice-Suchanfragen?

Wie üblich, wenn Google im Spiel ist: Nicht so gut. Erst kürzlich kam ans Licht, das Google jede einzelne Voice-Suchanfrage speichert. In der Google History kannst Du Dir Deine vergangenen Suchen anzeigen lassen und auch bestimmte Einträge löschen. Aber Vorsicht: Wenn Du die Speicherung der Audiofiles ganz abstellst, funktioniert auch die Voice-Suche nicht mehr.

Fazit: Die Zukunft der Suche?

Bei jedem neuen Suchmaschinen-Trend wird gleich die „Zukunft der Suche“ ausgerufen. Voice-Suchanfragen stellen da keine Ausnahme dar. Und auch, wenn Comscore davon ausgeht, dass bis 2020 die Hälfte aller Suchanfragen ins Smartphone gesprochen wird, ist das noch kein Grund, das ganze Content  Marketing auf den Kopf zu stellen. Schließlich funktioniert in der Sprachsuche das gut, was sowieso von Google gefördert wird – hochwertiger Content, der den Intend der User bedient und ihre Fragen optimal beantwortet. Insofern kann es nützlich sind, sich bei der Strategieplanung im Online-Marketing von den verschiedenen Aspekten der Optimierung für die Sprachsuche inspirieren zu lassen.

Ansonsten spielen vor allem Longtail-Keywords und W-Fragen eine große Rolle. Welche Erfahrungen hast Du mit der Sprachsuche gemacht? Schreib es in die Kommentare und lass es uns wissen!

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